Kolumbien / Politik

Über 300.000 Fälle von Landrückgaben in Kolumbien vor Gericht

Bogotá. In Kolumbien sind bislang 750.000 Hektar für die Rückgabe an die Vertriebenen bestimmt worden. Dies gab Jorge Enrique Vélez bekannt, der als Aufsichtsbeamter für die Registrierung von Ländereien fungiert, von denen Kleinbauern, Landarbeiter und ihre Familien vertrieben worden sind.

Vélez sagte, nachdem mehr als eine Millionen Hektar Landes überprüft worden seien, werde mit einer rechtliche Prozedur begonnen. Deren Ziel sei die Wiedereinsetzung der legitimen Landtitel. Nach seinen Worten sind 310.000 Fälle den zuständigen Gerichte übergeben worden, um die Konflikte zu schlichten. In diesen Fällen verfüge der Staat über die Beweise, dass es sich um Land von Vertriebenen handelt.

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Die Zahlen sind die erste Bilanz der Verpflichtungen, die das sogenannte Opfergesetz der kolumbianischen Regierung auferlegt. Das Gesetz soll die Entschädigung der Opfer des bewaffneten internen Konflikts und die Rückgabe von Land an die Vertriebenen regeln. Es trat im Juni des vergangenen Jahres in Kraft.

Bereits damals meldeten kolumbianische Menschenrechtsgruppen ihre Skepsis an. Tatsächlich wurden seitdem etwa 20 Personen, die ihre Rechte aus dem Opfergesetz in Anspruch nehmen wollten, mit dem Tode bedroht oder ermordet.

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