Chilenischer Studierendenverband ruft zu landesweitem Streik auf

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Gabriel Boric, einer der Sprecher von CONFECH
Gabriel Boric, einer der Sprecher von CONFECH

Wente Winkul Mapu, Chile. Der Studierendenverband Chiles (CONFECH) hat beschlossen, die Proteste zur Durchsetzung einer Reform des Bildungssystems zu intensivieren. Dies gab einer der Sprecher von CONFECH, Gabriel Boric, nach einem Treffen des Bündnisses in der Mapuche-Gemeinde Wente Winkul Mapu bekannt, das in der Nacht zum Sonntag beendet wurde. Für den 23. August sind Demonstrationen geplant. Damit wollen die Studierenden die Mobilisierung auf den Straßen und den Rückhalt in der Bevölkerung aufrechterhalten. Am 28. August soll ein landesweiter Streik an den Universitäten durchgeführt werden. Gefordert wird eine kostenlose und qualitativ hochwertige Bildung für alle.

"Es ist sehr wichtig, die Breite, die Freude und den Charakter einer Bürgerbewegung wiederzugewinnen. Unsere Formen der Mobilisierung müssen diesen Geist zeigen", sagte Boric weiter.

CONFECH wirft der Regierung vor, seine Forderungen zu ignorieren und ruft die chilenische Bevölkerung auf, sich wie im vergangenen Jahr an den Protesten zu beteiligen. Bei den großen Mobilisierungen wurde ein Bruch mit dem Bildungssystem der Pinochet-Diktatur (1973-1990) gefordert. Während der Diktatur waren die öffentlichen Ausgaben für Bildung mindestens um die Hälfte gesenkt und Privatuniversitäten bevorzugt gefördert worden. Heute gilt das chilenische Bildungssystem als eines der teuersten der Welt, mit der größten Ungleichheit.

Boric betonte, dass die Studierenden "alle Mittel der Mobilisierung" nutzen müssten, "um die Prinzipien unserer Bewegung wiederzugewinnen, wie die Gewaltlosigkeit, die Kreativität und die Unterstützung der Familie".

Am vergangenen Mittwoch war es bei Protesten zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Mehr als 70 Studierende waren festgenommen und mindestens 40 Polizisten verletzt worden. Demonstranten sagten, dass die Gewalt von Angehörigen der Militärpolizei provoziert worden war, die die Demonstration infiltriert hatten.

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