Ecuador / Politik

Ecuador fordert Gespräche auf Ministerebene im Fall Assange

Ecuador/London. Die Regierung von Ecuador hat Gespräche auf Ministerebene zur Lösung der Auseinandersetzung um Wikileaks-Gründer Julian Assange vorgeschlagen. "Bisher haben Gespräche auf der Ebene der Leiter der Botschaften stattgefunden, aber jetzt möchte ich direkt auf Ebene der Außenminister verhandeln", sagte der Außenminister des südamerikanischen Landes, Ricardo Patiño. Er und Präsident Rafael Correo erwarten ein Gespräch mit dem Außenminister Großbritanniens, William Hague. Es könnte am Rande der UNO-Vollversammlung stattfinden, die nächste Woche in New York tagt, so Patiño. "Entweder wir sprechen uns in New York oder an einem anderen Ort. Ecuador erwartet Entgegenkommen von der britischen Seite, um eine Lösung zu finden."

Julian Assange befindet sich noch immer in der ecuadorianischen Botschaft in London, in die er sich Ende Juni geflüchtet hatte, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen. Mitte August gewährte Ecuador dem Australier politisches Asyl, die englischen Behörden drohten jedoch, ihn bei Verlassen der Botschaft festzunehmen. Bisher konnte keine Lösung in Bezug auf das weitere Vorgehen gefunden werden.

Unterdessen hat sich im Verfahren gegen Assange in Schweden ein Beweisstück als unbrauchbar erwiesen: Die Untersuchung eines Kondoms konnte keine DNA-Spuren von Assange nachweisen. Bisher ist Assange in Schweden noch nicht angeklagt, sondern es laufen lediglich Ermittlungen gegen ihn, unter anderem wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung. Trotzdem fordern die schwedischen Behörden eine Auslieferung des Australiers.

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