Ecuador / Politik

Ecuador will Assange nach Schweden bringen

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Ricardo Patiño
Ricardo Patiño

Quito. Kurz vor der 67. UNO-Vollversammlung in New York hat Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño diplomatische Lösungsansätze im Streit um den Mitbegründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, vorgeschlagen. Assange, der seit einem Vierteljahr in der ecuadorianischen Botschaft in London Zuflucht findet, könnte unter diplomatischem Schutz in die Vertretung des südamerikanischen Landes in Schweden gebracht werden, sagte Patiño. Dort erhebt die Staatsanwaltschaft Vorwürfe gegen den 41-jährigen Internetaktivisten wegen mutmaßlicher Sexualdelikte.

Es bestehe die Möglichkeit, "dass Ecuador, sofern das nötig ist, autorisiert wird, Assange in unsere Botschaft in Schweden zu bringen", so Patiño in einem Video-Interview auf der Seite des ecuadorianischen Außeministeriums. So könne der Ermittlungsprozess der schwedischen Justiz weitergeführt werden und Assange zugleich unter dem Asylschutz Ecuadors verbleiben.

Ecuadors Vizepräsident Lenin Moreno hatte in einem Pressegespräch angekündigt, dass es während der UNO-Vollversammlung in New York zu einem direkten Treffen zwischen den Außenministern beider Staaten, Ricardo Patiño und William Hague, kommen wird. Aus London wurde das Treffen indes nicht bestätigt.

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