Gedenken an Putsch in Honduras vor zwei Jahren

Zehntausende in Honduras auf den Straßen. Kundgebung auch in Deutschland vor der Potsdamer Zentrale der Friedrich-Naumann-Stiftung

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Kundgebung in Potsdam
Kundgebung in Potsdam zum Gedenken an den Putsch in Honduras

Berlin/San Pedro Sula. In Honduras haben am Dienstag zehntausende Menschen des Putsches gegen die letzte demokratisch gewählte Regierung des Landes vor zwei Jahren gedacht. Die im Bündnis FNRP organisierte Demokratiebewegung rief in allen 18 Verwaltungsbezirken des mittelamerikanischen Staates zu Protesten und Veranstaltungen auf. Zugleich feierte das Demokratiebündnis seine Gründung. Die „Nationale Front des Volkswiderstandes“ war als direkte Antwort auf den Putsch vor zwei Jahren entstanden.

Der ehemalige Präsident Manuel Zelaya sprach in San Pedro Sula, dem industriellen Zentrum von Honduras. In seiner Rede äußerte sich Zelaya unter anderem zur Gründung der FARP, einer neuen Partei, deren Konstituierung auf der Generalversammlung der FNRP am vergangenen Sonntag von rund 1.500 Delegierten beschlossen worden war.

In Potsdam bei Berlin demonstrierten indes rund 50 Aktivisten eines bundesweiten Bündnisses von Organisationen, die der Demokratiebewegung in Honduras nahestehen. Die Aktivisten zogen von einem nahen S-Bahnhof vor die lokale Zentrale der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, um dort gegen deren anhaltende Unterstützung der Putschisten zu protestieren. Die Teilnehmer forderten unter anderem die sofortige Abberufung des Regionalvertreters in Honduras, Christian Lüth, welcher den Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Zelaya nach Ansicht der Teilnehmer „legitimierte und verteidigte“ und diesen in honduranischen und deutschen Medien rechtfertigte. 

"Bis heute hat sich die Friedrich-Naumann-Stiftung nicht von den undemokratischen Vorgängen und ihren Akteuren distanziert", hieß  es im Aufruf zu der Kundgebung. Zudem wurde die Zusammenarbeit der Stiftung mit mutmaßlichen Menschenrechtsverletzern wie dem honduranischen Großgrundbesitzer Miguel Facussé und dem guatemaltekischen Präsidentschaftskandidaten und Ex-General Otto Pérez Molina scharf kritisiert.

Gegen Ende der Demonstration verteilten Vertreter der FNS eine Stellungnahme, welche jedoch laut Teilnehmern der Kundgebung nicht auf die konkreten Vorwürfe gegen die Stiftung eingeht. "Die Stellungnahme der Stiftung gibt die Argumente der Putschisten wieder und ignoriert die  Hinweise mehrerer Organisationen über die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in Honduras", sagte einer der Teilnehmer gegenüber amerika1.de.

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