Rohstoffe für Bolivien weiter entscheidend

Präsident Morales hebt bei Rechenschaftsbericht Erfolge der Regierung hervor. Bergbau bleibe für das Land wichtig

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Evo Morales (links) und Álvaro García Linera im bolivianischen Parlament
Evo Morales (links) und Álvaro García Linera im bolivianischen Parlament

La Paz. Evo Morales sieht die Nationalisierung von Gas und Öl als wichtigsten Eckpfeiler seiner Präsidentschaft. Bei seiner Rede zum zweiten Jahrestag der Gründung des Plurinationalen Staates (gleichzeitig dem sechsten der Amtsübernahme) sagte der bolivianische Präsident, dass unter seiner Regierung (2006-2012) durchschnittlich 31 Millionen Kubikmeter Gas gefördert würden. Das sei eine Steigerung zur Zeit von 2000 bis 2005 um fast das Doppelte.

Die Bedeutung der Rohstoffe für das ärmste Land Südamerikas zeigt auch eine andere Zahl, die Morales nannte: Zwischen 2006 und 2010 erzielte der Staat ingesamt knapp 1,56 Milliarden US-Dollar Einnahmen aus dem Bergbau. Das sind nach Morales' Angaben 800 Prozent mehr als in den Jahren 2000 bis 2005. "Dies zeigt, dass Bolivien ein Bergbau-Land bleibt." Die Produktion und der Export kämen der bolivianischen Bevölkerung selbst zu Gute.

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Vizepräsident Álvaro Garía Linera hob in diesem Zusammenhang in seiner Rede vor dem bolivianischen Parlament die Bedeutung der Industrialisierung der nationalen Ressourcen hervor: "Wir realisieren das unter der Führung des Staates, nicht mit ausländischen Investitionen." Ziel sei es, mehr Wohlstand und Gleichheit zu erreichen. Zur Unterstützung der staatlichen Unternehmen sollen dabei laut Morales eine Miilarde US-Dollar aus den Währungsreserven des Landes eingesetzt werden.

Präsident Morales dankte Kuba und Venezuela für die Unterstützung bei der Bekämpfung des Analphabetismus mit den Programmen "Yo sí puedo" ("Ja ich kann es") und "Yo sí puedo seguir" ("Ja ich kann weitermachen"), die auch schon in Venezuela zur Alphabetisierung eingesetzt worden waren. Es sei weiterhin gelungen, die Kindersterblichkeit und die Müttersterblichkeit zu verringern (Zahlen siehe unten) und die Lebenserwartung von 65 auf 67 Jahre zu steigern.

Weitere Zahlen aus Morales Rechenschaftsbericht:

  • Armutsrate: 63,4 Prozent (2002), 60,2 Prozent (2005), 48,5 Prozent (2011)
  • Extreme Armut: 45 Prozent (2002), 33 Prozent (2005), 24 Prozent (2011)
  • Säuglingssterblichkeit je 1.000 Lebendgeburten: 52 (2006), 40 (2011)
  • Kindersterblichkeit je 1.000 Kinder bis fünf Jahre: 65 (2006), 51 (2011)
  • Müttersterblichkeit je 100.000 Lebensgeburten: 290 (2006), 180 (2011)
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