Bolivien / Soziales

Bolivien knackt Wasser-Milleniumsziel

Mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm hat die Regierung das UNO-Recht auf Wasser und Sanitärversorgung umgesetzt

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Brunnenbohrung und Evo Morales
Präsident Evo Morales bei der Einweihung eines Brunnenbohr-Projektes des "Mi Agua"-Programms.

La Paz. Mit Erfolg arbeitet Bolivien am landesweiten Ausbau der Wasserversorgung. Das Entwicklungs-Milleniumsziel der Organisation

der Vereinten Nationen (UNO), die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser bis 2015 zu halbieren, sei bereits im zurückliegenden Jahr 2011 erreicht worden. Dies gab der Präsident des zuständigen Nationalen Investitionsfonds für Produktion und Soziales (FPS), Vladimir Sánchez, an. Sogar das ambitionierte Ziel der regierenden Bewegung zum Sozialismus (MAS), bis 2015 ganze 78 Prozent der Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen, sei erreicht worden, so jüngste Zahlen des FPS. Laut der Überprüfungsbehörde für Wasser und Sanitärversorgung (AAPS) in La Paz haben landesweit 50 Prozent der Bevölkerung einen Anschluss an das Abwassersystem.

Seit Anfang 2010 seien über 1,1 Milliarden US-Dollar in das staatliche Programm "Mehr Investitionen für Wasser" (MiAgua) geflossen, sagte Sánchez gegenüber der Tageszeitung El Cambio. 60 Prozent der Summe aus Krediten seien in den Ausbau der Wasserversorgung, 40 Prozent in Bewässerungssysteme der Landwirtschaft gegangen. "Das MiAgua-Programm hat dieses Jahr einen sehr wichtigen Beitrag geleistet", so Sánchez. Die Überprüfung der offiziellen Angaben liegt nun beim Büro der UNO.

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600 Programme für Wasserinfrastruktur und 381 für Bewässerungssysteme wurden im gesamten Land finanziert, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die in Kooperation mit dem Ministerium für Wasser jährlich über 15 Millionen Euro in gemeinsame Projekte investieren. Durch das gesamte "MiAgua"-Investitionsprogramm seien über 50.000 direkte und 150.000 indirekte Arbeitsplätze geschaffen worden, schätzt der FPS. Durch höhere Ernteerträge wegen verbesserter Bewässerung werde sich die Investition bereits innerhalb kurzer Zeit amortisieren.

Auf Initiative des UN-Botschafters von Bolivien hatte die UN-Vollversammlung das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung Ende Juli 2010 zum Menschenrecht erklärt. Rund 884 Millionen Menschen leiden weltweit unter mangelndem Zugang zu sicherem Trinkwasser. 2,6 Milliarden sind nicht mit grundlegenden Hygieneeinrichtungen versorgt. Laut UNICEF ist ausreichend sauberes Wasser Bedingung für die Vermeidung von Krankheiten wie Cholera, Typhus und Durchfall, durch Verbesserungen kommen weniger Mütter bei Geburten ums Leben, weniger Kleinkinder erkranken an  tödlichen Durchfallerkrankungen. Noch gibt es in Bolivien viel zu tun. Einer GIZ-Studie von 2011 zufolge gingen in Großstädten wie La Paz und Santa Cruz noch rund 30 Prozent des Trinkwassers durch mangelhafte Infrastruktur und Verschwendung verloren, berichtet "El Cambio".

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