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Kritik an Trumps Unterstützung für ultrarechten Kandidaten in Kolumbien

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"Wir sind die Macht des Jaguars" steht auf diesem Wahlplakat für Cepeda. Der Jaguar ist vor allem für indigene Gemeinschaften eine Symbolfigur
"Wir sind die Macht des Jaguars" steht auf diesem Wahlplakat für Cepeda. Der Jaguar ist vor allem für indigene Gemeinschaften eine Symbolfigur

Washington. Elf demokratische US-Kongressabgeordnete unter Führung von Jesús "Chuy" García haben sich in einem Schreiben an das US-Außenministerium und das Finanzministerium über eine mögliche Einmischung der USA in die kolumbianischen Präsidentschaftswahlen geäußert.

Konkret kritisieren sie die öffentliche Unterstützung von US-Präsident Donald Trump für den Kandidaten Abelardo de la Espriella. Die Abgeordneten nennen ihn eine umstrittene Figur und fordern die US-Behörden auf, mögliche Verbindungen zu Korruption, Finanzierungsnetzwerken und internationalen Akteuren zu prüfen.

De la Espriella ist der Kandidat des ultrarechten Lagers, er kündigte an, soziale Reformen zurückzuziehen. Den Wahlkampf führte er äußerst aggressiv: Er kündigte an, die Linke werde in ihm einen "erbitterten Feind" haben, der alles tun werde, um sie zu "vernichten". Er nutzte das spanische Verb "destripar", wörtlich "ausweiden" oder "die Eingeweide herausreißen". Linke Aktivist:innen publizierten daraufhin Selbstportraits in sozialen Netzwerken mit dem Untertitel "Wenn De la Espriella gewinnt, hat diese Person keine Eingeweide". Zudem erzählte der Kandidat in einer TV-Show vor einigen Jahren, dass er als Kind Katzen mit Feuerwerkskörpern gequält und verbrannt habe. Zu dieser Aussage nahm er nie kritisch Stellung, obwohl er sich heute den Spitznamen "Tiger" gibt. Das Interview wurde gerade von Tierschützern immer wieder gegen ihn verwendet, auch weil es in Kolumbien zwar wilde Großkatzen wie Puma und Jaguar gibt, aber keine Tiger.

Im Brief der Abgeordneten wird außerdem die Festnahme des kolumbianischen Aktivisten Beto Coral in den USA erwähnt. Sie hat bei progressiven Organisationen und religiösen Gruppen weltweit Besorgnis ausgelöst. Der bekannte Aktivist war am Dienstag in den USA aus bisher unbekannten Gründen verhaftet worden. 

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Die Unterzeichner appellieren an die US-Regierung, die demokratische Souveränität Kolumbiens zu respektieren und jede Handlung zu unterlassen, die als Einflussnahme auf den Wahlprozess verstanden werden könnte.

Hintergrund ist ein Beitrag Trumps in sozialen Medien, in dem er De la Espriella nach dessen Erfolg im ersten Wahlgang ausdrücklich unterstützte. Trump erklärte, dessen Wahlsieg würde Wirtschaftswachstum, Sicherheit und die Zusammenarbeit zwischen den USA und Kolumbien fördern. Kritiker werteten dies als unzulässige Einmischung in die kolumbianischen Wahlen (amerika21 berichtete).

Die Stichwahl in Kolumbien findet am Sonntag statt. Im ersten Wahlgang erhielt De la Espriella 43,7 Prozent der Stimmen, sein Gegenkandidat Iván Cepeda 40,9 Prozent. Der Wahlkampf gilt als stark polarisiert und wird international aufmerksam verfolgt.