Chile / Menschenrechte

Verhaftungswelle gegen Mapuche in Chile

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Demonstranten fordern die Freilassung des politischen Gefangenen Fernando Millacheo
Demonstranten fordern die Freilassung des politischen Gefangenen Fernando Millacheo

Collipulli, Chile. In der südchilenischen Stadt Collipulli sind Anfang der Woche zwanzig indigene Demonstranten verhaftet worden, darunter auch zwei Minderjährige. Die Mapuche der Provinz Malleco in der Region La Araucanía hatten die Freilassung des politischen Gefangenen Fernando Millacheo gefordert, der sich bereits über 50 Tage im Hungerstreik befindet. Der Mapuche wird beschuldigt, im Juni vergangenen Jahres einen bewaffneten Überfall und einen Mordversuch begangen zu haben.

Während des Verfahrens ereigneten sich Zusammenstöße zwischen den Spezialeinheiten der chilenischen Militärpolizei und den Demonstranten. Drei Polizisten und fünf Mapuche wurden dabei leicht verletzt. Der Gouverneur von Malleco, Eric Baumann, erklärte die Festnahmen damit, dass die Demonstration nicht angemeldet gewesen sei und man die öffentliche Ordnung zu schützen habe.

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Fast zur gleichen Zeit wurde erneut der Sprecher der indigenen Gemeinde "Autonomes Temucuicui", Jaime Huenchullán, verhaftet, der in Begleitung eines französischen Soziologen auf dem Weg nach Ercilla war. Das Gericht von Collipulli wertete seine erneute Verhaftung als rechtswidrig.

18 der verhafteten Mapuche wurden wegen Störung der öffentlichen Ordnung angeklagt und vorläufig aus der Haft entlassen.

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