Trotz gescheiterter Bankengründung: Rousseff mit BRICS-Gipfel zufrieden

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Staatschefs der BRICS-Staaten in Durban
Staatschefs der BRICS-Staaten in Durban

Durban. Die Schwellenländer der BRICS-Gruppe haben sich überraschend nicht auf die Gründung einer Entwicklungsbank einigen können. Das seit Längerem geplante zwischenstaatliche Kreditinstitut sollte dazu dienen, mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit von den Industriestaaten zu erlangen.

Die Vertreter von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika konnten sich offenbar aber nicht über Sitz, Stimmanteile und die Kapitalausstattung der gemeinsamen Entwicklungsbank einigen. "Wir haben beschlossen, formelle Verhandlungen zur Gründung einer BRICS-geführten Entwicklungsbank aufzunehmen", zitieren Nachrichtenagenturen den südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma. Die erwartete Bankgründung wird damit weiter aufgeschoben.

Vor allem in Lateinamerika war die Gründung des Kreditinstitutes als Stärkung der Position der Staaten des Südens begrüßt worden. "Was für eine gute Idee, eine Entwicklungsbank der BRICS-Staaten zu schaffen! So wird die Neue Internationale Finanzarchitektur begründet!", schrieb Venezuelas Übergangspräsident Nicolás Maduro im Kurznachrichtendienst Twitter.

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff zeigte sich dennoch zufrieden mit den Resultaten des Gipfels. Die BRICS-Gruppe habe ihr Handelsvolumen im vergangenen Jahrzehnt von 27 auf 283 Milliarden US-Dollar erhöht, sagte Rousseff. Durch diese zunehmenden Kontakte sei es zugleich gelungen, die Auswirkungen "der andauernden internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise abzufedern".

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