Kolumbien / Politik

Erster Zyklus der kolumbianischen Friedensgespräche beendet

Havanna. Die Friedensgespräche zwischen der FARC-Guerilla und der kolumbianischen Regierung werden am 2. April fortgesetzt. Sie waren in beidseitigem Einvernehmen der Verhandlungspartner am 22. März ausgesetzt worden, nachdem im jetzt abgeschlossenen Verhandlungzyklus zum Thema "Zugang und Nutzen von Grund und Boden" Fortschritte erzielt werden konnten. Dies berichtet die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina.

Die positive Entwicklung der Verhandlungen bietet nun die Möglichkeit, den ersten der sechs Punkte auf der Gesprächsagenda mit konkreten Vereinbarungen zu beenden. Der Gegenstand des nächsten Verhandlungspunkts wird dann die politische Partizipation sein.

Die Verhandlungsparteien luden in einen gemeinsamen Kommuniqué alle Kolumbianer und die sozialen Organisationen ein, eigene Vorschläge zum Dialogprozess über verschiedene Kommunikationswege wie u.a. die Internetseite mesadeconversaciones.com.co einzureichen.

Die noch zu verhandelnden Themen befassen sich mit der Beendigung des bewaffneten Konflikts, der Lösung des Problems der illegalen Drogen, den Rechten der Opfer und der Verifizierung und Zustimmung zu den getroffenen Vereinbarungen.

Trotz der erzielten Fortschritte wiesen FARC und Regierung in separaten Pressekonferenzen auf die noch bestehenden Meinungsverschiedenheiten hin, die noch ausgeräumt werden müssten.

Iván Márquez, der Verhandlungsführer der FARC-Delegation, hob die verschiedenen Ansichten in Bezug auf Bergbau, Großgrundbesitz und die ländlichen Besitzgrenzen hervor. Auch die Veräußerung von Grund und Boden an ausländische Käufer und deren Beitrag zu einem Landwirtschaftsfonds zur Unterstützung der Landarbeiter sei ein wichtiges Thema mit Differenzen.

Der Leiter der Regierungsdelegation, Humberto de la Calle, bekräftigte seinerseits, dass sich seine Seite ein schnelleres Vorankommen wünsche. Angesichts der Komplexität der Themen verlaufe der Einigungsprozess aber normal.

Die Verhandlungspartner dankten den Garantieländern Kuba und Norwegen für die Unterstützung und sprachen Venezuela ihre Anteilnahme zum Tod des Präsidenten Hugo Chávez aus. De la Calle würdigte außerdem Persönlichkeiten wie den neuen Papst Franziskus und den vorläufigen Präsidenten Venezuelas für ihr großes Interesse am Friedensprozess in Kolumbien. Venezuela fungiert ebenso wie Chile als Begleiter des Friedensprozesses.

Mehrere am Schlusstag des ersten Verhandlungszyklusses von der FARC präsentierte Vorschläge wurden von der Regierungsdelegation mit dem Hinweis abgelehnt, dass sich der Dialog auf die sechs festgelegten Themenbereiche der Agenda beschränke. Die Vorschläge der Guerilla bezogen sich auf die Stärkung der nationalen Souveränität gegenüber transnationalen Unternehmen, die Überprüfung der Freihandelsabkommen mit anderen Ländern, der Nahrungsmittelproduktion und der Demokratisierung des Landbesitzes.

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