Venezuela / Politik

Oppositionsvertreter in Venezuela entziehen Capriles Unterstützung

parlament-venezuela.jpg

Soll vermeintliche Unruhepläne der Opposition untersuchen: Venezuelas Nationalversammlung
Soll vermeintliche Unruhepläne der Opposition untersuchen: Venezuelas Nationalversammlung

Caracas. Unmittelbar vor Beginn des offiziellen Wahlkampfes in Venezuela haben drei Vertreter der Opposition dem rechtsgerichteten Kandidaten Henrique Capriles Radonski ihre Unterstützung entzogen. Bei den Politikern handelt es sich um sogenannte Ersatzkandidaten für Abgeordnete der Nationalversammlung, die bei einem Ausfall der gewählten Parlamentarier deren Platz einnehmen. Die drei Oppositionsvertreter gaben als Grund für ihre Entscheidung die angeblich bereits geplante Nicht-Anerkennung der wahrscheinlichen erneuten Wahlniederlage von Capriles durch die Opposition am 14. April an. Dieser Plan werde derzeit von dem regierungskritischen Parteienbündnis Tisch der Demokratischen Einheit (MUD) erwogen.

Bei den Abgeordneten handelt es sich um Ricardo Sánchez (Vertreter von María Corina Machado), Andrés Avelino (Vertreter von Edgar Zembrano) und Carlos Vargas (Vertreter von Rodolfo Rodríguez), berichtete die staatliche Nachrichtenagentur AVN. Man habe sich zu dem Schritt entschieden, weil es "unterschiedliche Interessen" gebe. Dazu gehöre auch die Erwägung gewalttätiger Strategien.

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen, hintergründigen und professionellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik.

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr amerika21-Team

"Das heißt nicht, dass wir zur Wahl von (dem sozialistischen Präsidentschaftskandidaten) Nicolás Maduro aufrufen", sagte Sánchez bei der Pressekonferenz in Caracas. Bislang habe man sich lediglich entschieden, Capriles’ Kandidatur nicht weiter zu befördern.

Der Abgeordnete Carlos Vargas kündigte indes an, in der Nationalversammlung offiziell eine Untersuchung der vom MUD vermeintlich geplanten politischen Unruhen zu beantragen. "Der einzige Weg kann nur über Wahlen und die demokratische Teilhabe führen", fügte der Oppositionspolitiker an.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr