Mexiko / Politik

Südmexiko: Zahlreiche Verletzte bei Auseinandersetzungen um Windpark

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Straßenblockade auf dem Weg zum Windpark-Projekt in Oaxaca
Straßenblockade auf dem Weg zum Windpark-Projekt in Oaxaca

Oaxaca, Mexiko. 32 verletzte Polizisten – zwei davon schwer – und elf verletzte Anwohner sind nach Zusammenstößen zwischen Polizisten und Gegnern eines Windparkprojektes in Südmexiko zu beklagen. Zur Eskalation kam es als Polizeikräfte versuchten, sieben Fahrzeuge und Baumaschinen, welche von lokalen Windparkgegnern besetzt wurden, den Eigentümern zurückzugeben. Die Gegner des in Playa Vicente geplanten Windparkprojekts argumentieren, dass die Gemeindeländereien widerrechtlich privatisiert und dem spanischen Unternehmen Gas Natural Fenosa verpachtet wurden. Seit dem 25. Februar versperren sie deshalb den Konstrukteuren des drittgrößten Windparks Lateinamerikas den Zugang zur Meereslagune südlich es Ortes Juchitán.

Auch wenn die Polizei die Straßensperre am 26. März nicht auflösen konnte, einigten sich die in der "Versammlung von Juchitán" organisierten Bewohner und die Behörden später auf die Rückgabe der Fahrzeuge.

In den letzten Tagen hat die Gewalt gegen die Aktivisten gegen die Windparks und auch gegen Journalisten massiv zugenommen, wie Amnesty International feststellt: Der Radioreporter Filiberto Vicente Aquino vom Gemeinderadio in Santa María Xadani und Mariano López, der Sprecher der "Versammlung von Juchitán" erhalten Morddrohungen. Mehrere Journalisten und zahlreiche Aktivisten in San Mateo del Mar wurden illegal festgehalten. Das in Juchitán ansässige Gemeinderadio Totopo erlitt einen "parapolizeilichen Überfall", wie die Sendemacher am Osterwochenende mitteilten. Bewaffnete Personen hätten die Einrichtungen gestürmt, sie entwendeten Computer und Sendeanlage und unterbrachen den Strom. Amnesty International erinnert mit einer Eilaktion daran, dass die Behörden verpflichtet sind, die Sicherheit der Protestierenden und Journalisten zu gewährleisten. Zudem mahnte Amnesty, dass die in indigenen Gemeinden der Zapaoteken und Ikoots geplanten Großprojekte der Konsultation und Zustimmung der Lokalbevölkerung bedürfen.

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