Kolumbien: Friedensgemeinde weist Entschuldigung der Regierung zurück

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Särge mit den Opfern des Massakers
Särge mit den Opfern des Massakers

Bogotá. Die Friedensgemeinde San José de Apartadó in Kolumbien hat die amtierende Regierung unter Präsident Juan Manuel Santos dazu aufgefordert, Anschuldigungen gegen das Dorf öffentlich zu widerrufen. Gemeindesprecher bezogen sich dabei auf Aussagen von Ex-Präsident Álvaro Uribe, der die Gemeinschaft nach einem Massaker im Februar 2005 als Kollaborateure der Guerilla bezeichnet hatte. Dabei wurden in der Dorfgemeinschaft acht Personen ermordet, darunter drei Kinder.

In einem öffentlichen Akt sollte die kolumbianische Regierung am 29. Mai die Aussagen Uribes widerrufen. Dem vom kolumbianischen Verfassungsgericht angeordneten öffentlichen Akt der Entschuldigung blieb die extra angereiste Opferdelegation der Friedensgemeinde jedoch fern, nachdem Präsident Santos kurz zuvor seine Teilnahme abgesagt hatte.

Für die Opfer stelle die Absage des Präsidenten einen erneuten Vertrauensbruch sowie eine weitere Beleidigung dar, hieß es aus Delegationskreisen. Dass Innenminister Fernando Carillo die Anschuldigungen der Vergangenheit während des trotzdem stattgefundenen Aktes als beschämend bezeichnete und eingestand, dass die Diffamierungen schwerwiegende Folgen für die Gemeinschaft hatten, genügt der Friedensgemeinde nicht. Im Vorfeld hatte sie darauf bestanden, dass der Präsident persönlich an diesem öffentlichen Akt der Entschuldigung teilnimmt.

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