EU-Experten kritisieren Verbrechen der Streitkräfte in Kolumbien

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Bildung, aber keine Waffen: EU-unterstütztes Projekt in Kolumbien
Bildung, aber keine Waffen: EU-unterstütztes Projekt in Kolumbien

Brüssel/Bogotá. Das Europäische Amt für humanitäre Hilfe (ECHO) hat sich besorgt über die anhaltenden massiven Vertreibungen in Kolumbien gezeigt. Nach internen Protokollen, die amerika21.de vorliegen, bezeichneten ECHO-Vertreter die Vertreibung von bis zu fünf Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianern als Folge des bewaffneten Konfliktes in dem südamerikanischen Land als zentrales Problem.

Nicht nur militärische Auseinandersetzungen mit Rebellengruppen wie FARC und ELN seien für Binnenflüchtlinge verantwortlich, sondern zunehmend kriminelle Banden, die in Kolumbien als  BACRIM (bandas criminales) bezeichnet werden. Vor diesem Hintergrund ist nach Ansicht der ECHO-Experten ein Urteil des Verfassungsgerichts Kolumbiens über die Entschädigung von Opfern der BACRIMs richtungweisend.

Zur Bekämpfung der Gewalt durch kriminelle Banden habe die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos "gute Initiativen auf den Weg gebracht". Deren Resultate müssten aber noch abgewartet werden.

Zugleich verwiesen die Vertreter des EU-Amtes für humanitäre Hilfe darauf, dass der Einsatz der Streitkräfte immer wieder zu Verletzung des internationalen humanitären Völkerrechts führe. Die Regierung von Präsident Manuel Santos lehne es jedoch ab, die Verantwortung für diese Verbrechen staatlicher Organe zu anzuerkennen.

Aus dem ECHO-Fonds der EU wurden nach Angaben dieses Amtes seit 1993 rund 200 Millionen Euro für humanitäre Programme im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt in Kolumbien verwendet. Für das laufende Jahr seien insgesamt 13 Millionen Euro vorgesehen.

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