Amnesty startet Kampagne gegen Zwangsräumungen in Rio de Janeiro

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"Schluss mit den Zwangsräumungen". Logo der AI-Kampagne
"Schluss mit den Zwangsräumungen". Logo der AI-Kampagne

Rio de Janeiro. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat am vergangenen Donnerstag in Rio de Janeiro eine Kampagne unter dem Motto "Stoppt die Zwangsräumungen" gestartet. Nach Angaben von Amnesty Brasilien ist die Landeshauptstadt am meisten von den Mega-Sportereignissen betroffen. Im Jahr 2014 wird in Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer stattfinden und 2016 richtet das südamerikanische Land die Olympischen Spiele aus.

In der Gemeinde Rio seien seit dem Jahr 2009 rund 19.000 Familien vertrieben worden, erklärte die AI-Beraterin für Menschenrechte Renata Neder zur Kampagne. Das entspricht fast 100.000 Menschen. Nach Angaben der brasilianischen Aktivistin enthält diese Zahl nur diejenigen Personen, die bereits umgesiedelt wurden oder eine Sozialwohnung erhalten haben. Die wichtigste Forderung von AI ist jetzt die sofortige Einstellung aller Vertreibungen, bis die geplanten Veränderungen des städtischen Raumes von Rio de Janeiro mit den Betroffenen diskutiert worden sind.

Neder erklärte, die Verletzung der Menschenrechte beginne bereits, wenn die Öffentlichkeit über die Veränderungen in der Stadt nicht informiert werde.

Die Kampagne klagt vor allem die Menschenrechtsverletzungen in Morro de Providencia im Zentrum und in der Gemeinde Villa Autódromo im Osten der brasilianischen Metropole an, die beide von den Baumaßnahmen für die 2016 bevorstehenden Olympischen Spiele bedroht sind. Darüber hinaus richtet sie sich gegen Zwangsräumungen in drei Städten entlang des Straßenprojektes Transoeste, wo eine Schnellbusstrecke entstehen soll.

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