Foltervorwürfe der Opposition in Venezuela nicht bestätigt

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Ging den Foltervorwürfen nach: die Ombudsstelle
Venezuelas "Defensoría del Pueblo"
Ging den Foltervorwürfen nach: die Ombudsstelle Venezuelas "Defensoría del Pueblo"

Caracas. Die Studenten, die bei den Ausschreitungen in Valencia im Bundesstaat Carabobo in der vergangenen Woche inhaftiert wurden, haben in Gesprächen mit Funktionären der Ombudsstelle (Defensoría del Pubelo) nicht über Folterungen berichtet. Dies sagte nach Informationen der größten venezolanischen Tageszeitung Últimas Noticias einer der Mitarbeiter der Institution. Der zuständige Ombudsmann für Carabobo, Teodardo Zamora, habe seine Vorgesetzten in Caracas informiert, dass er keine Berichte über gefolterte Personen erhalten hat, sagte der Informant.

Am vergangenen Sonntag hatte Alfredo Romero, Leiter der Menschenrechtsgruppe für Strafvollzug "Foro Penal", öffentlich erklärt, dass ein festgenommener Student in Valencia einen Schädelbruch erlitten habe und ein weiterer verletzt worden sei.

Zuvor hatten Vertreter der Studierenden, die gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro protestieren, am vergangenen Freitag am Sitz der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Caracas eine Petition übergeben, in der sie schwere Vorwürfe gegen die Regierung erhoben. Unter anderem hieß es in dem Dokument, es habe "barbarischste Folterungen gegen unsere Jugendlichen" gegeben. Die Weltöffentlichkeit müsse dies erfahren. Zugleich forderten die Verfasser die strafrechtliche Verfolgung derjenigen, die "diese Delikte angeordnet und begangen haben" sowe "internationalen Schutz für die Opfer."

Nach Auskunft der Rechtsanwältin der regierungskritischen Menschenrechtsorganisation Provea, Jésica Duján, sind bei dieser keine Beschwerden über Folter von Personen eingegangen, die bei den Protesten seit drei Wochen inhaftiert wurden. Der Leiter von Provea, Marino Alvaradao, hatte dies bestätigt.

Auf telefonische Nachfrage von Últimas Noticias sagte ein Vertreter des Zentrums für Menschenrechte der Katholischen Universität Andres Bello (Ucab) – die als Hochburg der Studentenproteste gilt – auch dem Zentrum lägen keine Informationen über gefolterte Gefangene vor.

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