Forum für Opfer des Konflikts in Kolumbien geht zu Ende

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Teilnehmerinnen am Regionalforum in Medellin
Teilnehmerinnen am Regionalforum in Medellin

Medellin. Das zweitägige Regionalforum "Stimmen des Friedens", das Opfer des bewaffneten Konfliktes aus den nördlichen Provinzen Kolumbiens zusammengebracht hat, ist am vergangenen Freitag beendet worden.

Bei der Veranstaltung im Museum "Haus der Erinnerung", an der rund 280 Delegierte und soziale Organisationen teilnahmen, wurden Ideen ausgetauscht und Vorschläge unterbreitet, die zum Thema Opfer des Konflikts auf der Agenda der Friedensgespräche zwischen Regierung und FARC-Guerilla beitragen sollen. Der Schwerpunkt lag auf den spezifischen Erfahrungen in der nördlichen Region des Landes. Nach offiziellen Angaben sind in Antioquia mehr als 1,3 Millionen Menschen unmittelbar von dem internen bewaffneten Konflikt betroffen, der seit über einem halben Jahrhundert andauert.

Es gehe darum, die Spirale von Rache und Gewalt zu durchbrechen und die Rechte der Opfer – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – zu garantieren, so die Anwesenden übereinstimmend. Betont wurde auch die Notwendigkeit, den Frieden ausgehend von den Gemeinden aufzubauen.

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Wie bereits am ersten Tag, diskutierten die Delegierten aus neun Teilregionen in fünf thematischen Ausschüssen. Abschließend wurden gemeinsame Vorschläge für "Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung" ausgearbeitet, die bei den Friedensgesprächen in Havanna vorlegt werden.

Die Schlussfolgerungen dieses Treffens werden darüber hinaus bei einem Nationalen Forum am 5. und 6. August in Cali (Valle del Cauca) vorgestellt, das von den Vereinten Nationen und der Nationalen Universität organisiert wird. Damit wird die Reihe von regionalen Diskussionen in Villavicencio, Barrancabermeja und Barranquilla abgeschlossen, die auf Bitten der Delegationen von Regierung und FARC abgehalten wurden. Ab dem 16. August werden Vertreter der Opfer des internen bewaffneten Konflikts in Kolumbien direkt am Friedensdialog zwischen FARC-Guerilla und Regierung teilnehmen.

Auf Kritik stoßen die Foren indes bei der rechtsgerichteten Partei "Demokratisches Zentrum" von Ex-Präsident Álvaro Uribe. Deren Kongressabgeordnete María Fernanda Cabal bezeichnete sie als "Augenwischerei" und warf den Beteiligten vor, "den Fokus verloren" zu haben. Die Verhandlungen würden mit den FARC geführt, entsprechend müsse es um die Opfer der Guerilla gehen. Für die Opfer des Staates oder der Paramilitärs sei bereits mit dem "Gesetz für Gerechtigkeit und Frieden" alles getan worden, so Cabal.

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