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Protest gegen Blitzausweisungen in Peru

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Abgeordneter Alberto Adrianzén: "Schlimmer als die USA"
Abgeordneter Alberto Adrianzén: "Schlimmer als die USA"

Lima. In Peru sorgen Massenausweisungen lateinamerikanischer Arbeitsimmigranten ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung für Proteste. Die Regierung von Präsident Ollanta Humala hatte laut Medienberichten mehrere hundert Menschen des Landes verweisen. Die Maßnahme steht in einem krassen Widerspruch der Einwanderungspolitik anderer Staaten der Region. In Venezuela haben in den vergangenen Jahren tausende Einwanderer – vor allem aus Kolumbien – einen legalen Status erhalten. Auch Ecuador verfolgt eine offene  Flüchtlingspolitik. Zudem hatten zahlreiche lateinamerikanische Regierungen gegen den restriktiven Umgang mit Vertriebenen in der EU protestiert.

Der Abgeordnete im Andenparlament, Alberto Adrianzén, wandte sich auch vor diesem Hintergrund gegen die Ausweisungen von Ausländern. Die Maßnahmen, die vom Innenminister Daniel Urresti durchgesetzt wurden, böten den Betroffenen kein Recht auf Widerspruch, so Adrianzén, der dem linken Flügel der Regierenden Nationalistischen Partei Perus von Präsident Humala angehört.

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"Es würde mich nicht erstaunen, wenn mehrere Botschaften in unserem Land ihre Beunruhigung über diese gezielte Verfolgung erklären, die vom Minister Urresti angeordnet worden ist", so Adrianzén. Nicht einmal die USA würden Ausweisungen von Arbeitsimmigranten ohne gültige Papiere in weniger als 24 Stunden durchführen, fügte der Politiker an. Die peruanische Regierung müsse sich deswegen den Vorwurf gefallen lassen, rechtswidrige Massenausweisungen durchzuführen.

Nach Aussagen des Politikers seien von den Maßnahmen auch Familien betroffen, in denen die Eltern eine ausländische Staatsbürgerschaft haben, während die Kinder peruanische Papiere besitzen. Zudem lasse sich das Problem nicht einfach in den Griff bekommen, so Adrianzén: Immerhin lebten in Peru 90.000 Ausländer. Im Ausland summiere sich die Zahl von Peruanern auf drei Millionen. Viele von ihnen hätten ebenfalls keine gültigen Papiere.

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