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23.03.2015 Kolumbien / Politik

FARC kritisieren Beratungskommission für den Frieden

Pablo Catatumbo, einer der Sprecher der Friedensdelegation der FARC

Pablo Catatumbo, einer der Sprecher der Friedensdelegation der FARC

Havanna. Zum Auftakt der 34. Gesprächsrunde der Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) hat die Guerilla die kürzlich ernannte "Beratungskommission für den Frieden" als elitär und ausschließend bezeichnet. Sie beziehe die neuen politischen und sozialen Kräfte des Landes nicht ein, heißt es in einem Kommuniqué der Rebellen.

Die Regierung behaupte, die Nation zu vertreten. Warum habe Präsident Juan Manuel Santos dann nicht Sprecher des Agrargipfels eingeladen, der rund 80 Prozent der Bauern Kolumbiens repräsentiere, und Vertreter verschiedener Gewerkschaften, der Frauenbewegung, Umweltgruppen, Studierenden und ethnischen Gruppen, fragte Pablo Catatumbo, einer der Sprecher der Friedensdelegation der FARC, bei einer Pressekonferenz in Havanna.

Die Kommission war am 10. März ins Leben gerufen worden und soll laut Santos einen Prozess des Meinungsaustausches verschiedener gesellschaftlicher Gruppierungen zum bewaffneten Konflikt in Kolumbien ermöglichen. Mit dem Anspruch der politischen Unabhängigkeit kommen darin Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Religion, Gewerkschaften und indigenen Organisationen zusammen, um über die Beendigung des seit über 50 Jahren andauernden bewaffneten Konflikts zu diskutieren. Santos hatte dazu erklärt, der Frieden sei "eine Sache aller und für alle".

Diesem Anspruch werde die Kommission nicht gerecht, so die FARC. "Auch wenn es sich um eine Kommission handelt, die einseitig von der Regierung ernannt wurde, damit sie diese berät", führt das Kommuniqué aus, "überrascht die fehlende Vielfalt in ihrer Gestaltung, von erwähnenswerten Ausnahmen abgesehen, und spiegelt alle Formen der politischen und sozialen Ausgrenzung wieder, unter denen Kolumbien leidet".

Der Ausschluss von Bevölkerungsgruppen sei eine "tief verwurzelte Angewohnheit der herrschenden Klasse Kolumbiens" und eine der Ursachen für die Gewalt, die Armut und die soziale Marginalisierung, unter denen das Land seit Jahrzehnten leide. Zwar sei es positiv zu bewerten, dass auch Personen teilnehmen, die dem Friedensprozess bislang ablehnend gegenüberstanden. Aber, so Catatumbo: "An diesem Tisch fehlen viele. Wir rufen erneut dazu auf, dass sich die Friedensgespräche in Havana mit vielfältigen Stimmen füllen, ihre Inhalte bereichern und mit ihrem Wissen die Wege des neuen Kolumbien erhellen".

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