Weitere Mobilisierung gegen umstrittene Kupfermine im Süden von Peru

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Proteste in Peru: "Ja zur Agrarwirtschaft, Nein zur Mine"
Proteste in Peru: "Ja zur Agrarwirtschaft, Nein zur Mine"

Arequipa. Drei Monate nach den heftigen Protesten gegen die Kupfermine Tía María in der Provinz Islay bei Arequipa kündigen Aktivisten weitere Streiks und Demonstrationen an. Während das Unternehmen Southern Peru Copper Corporation die Arbeiten an der Erschließung der Mine wieder aufgenommen hat, verlängert die peruanische Regierung den Aufenthalt des Militärs in der Region.

Vergangenen Sonntag veranstalteten über 2.000 Gegner der geplanten Kupfermine einen Protestmarsch mit anschließender Mahnwache zum Gedenken an die während der Proteste zwischen März und Juli getöteten vier Menschen. Bereits einen Tag zuvor kam es zu spontanen Demonstrationen, nachdem Southern Copper die Restaurierung einer Kirche in der Gemeinde El Arenal fertig stellte. Die Gegner machten deutlich, dass sie sich davon nicht manipulieren lassen: "Wir werden nicht zulassen, dass das Unternehmen uns einschüchtert. Möglicherweise glauben sie, dass sie uns mit der Restaurierung von Kirchen in El Arenal überzeugen können", erklärte Marilú Marroquín, Präsidentin des Ausschusses für Bewässerung in Mollendo-Mejía-Ensenada, "unsere Position ist jedoch klar, sie werden uns nicht kaufen können".

Weitere Proteste sind angekündigt. So versammelten sich die Bürgermeister der Provinz Islay am Montag, um über die Frage zu debattieren, ob der geplante Streik 48 Stunden andauern oder unbefristet sein soll. Ergebnisse der Versammlung wurden bisher noch nicht öffentlich gemacht. Zugleich ist für diesen Samstag eine öffentliche Versammlung angesetzt, zu der auch die Bürgermeister der Distrikte Cocachacra, Deán Valdivia und Punta de Bombón eingeladen sind. Ihnen werfen die Projektgegner vor, dass sie sich bisher nicht deutlich genug positionieren und die Aktivitäten der Southern Copper Corporation unterstützen.

Southern Copper hat indes die Arbeiten zur Erschließung der Kupfermine im Distrikt Cocachacra wieder aufgenommen. Nachdem die Proteste im Juli zunehmend eskalierten, hatte das Unternehmen die Arbeiten an der Mine zunächst für zwei Monate ausgesetzt. Zeitgleich hatte die peruanische Regierung den Ausnahmezustand über die Region verhängt, durch den Versammlungs-, Demonstrations- und weitere Verfassungsrechte außer Kraft gesetzt wurden. Seit dem 9. Mai hält sich zudem die peruanische Armee zur Unterstützung der Polizei in der Provinz auf.

Der Ausnahmezustand ist mittlerweile aufgehoben. Die Regierung gab jedoch bekannt, den Einsatz des Militärs voraussichtlich bis zum 20. Oktober verlängern zu wollen. Die Soldaten sollen nach Angaben der Regierung weiterhin mit der Polizei zusammenarbeiten und gewalttätige Ausschreitungen verhindern. Kritiker sehen die Militarisierung der Region jedoch als zusätzliche Provokation, die zur Verschlimmerung der Situation beiträgt: "Man sollte die Botschaft der Mobilisierungen und Demonstrationen der Bevölkerung von Tambo so interpretieren, dass sie gehört werden will, ohne Gewalt auszulösen", so Mauricio Chang, Präsident des Regionalrates von Arequipa. 

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