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25.01.2016 Kuba / USA / Wirtschaft

Havana Club gewinnt gegen Bacardí in den USA

Im Museum des Havana Club-Rums in der kubanischen Hauptstadt Havanna

Im Museum des Havana Club-Rums in der kubanischen Hauptstadt Havanna

Alexandria, Virginia. Vor wenigen Tagen hat die US-Behörde für Patent und Handelsmarken eine aufsehenerregende Entscheidung gegen das Rum-Unternehmen der exilkubanischen Familie Bacardí in den USA und für das Staatsunternehmen Cubaexport getroffen, von dem der weltberühmte Havana Club stammt. Schon seit 1994 schwelt der handelsrechtliche Konflikt um die Vertriebsrechte dieser Marke in den USA, dem größten Markt für Rum. Nun wurde dem französischen Handelskonzern für alkoholische Getränke, Pernod Ricard, der Cubaexport in diesem Produktbereich vertritt, das Recht zugesprochen, die Marke Havana Club in den USA allein zu vertreten und handeln zu können. Vor zehn Jahren war ein ähnlicher Antrag noch abgelehnt worden, da er damals als "inkonsistent" mit der US-Politik eingestuft wurde.

Diese jüngste, positive Entscheidung der US-Behörde kann aber erst in Kraft treten, wenn die US-Blockade gegen Kuba aufgehoben ist beziehungsweise wenn das US-Finanzministerium eine Sondererlaubnis ausspricht. Zudem droht Bacardí bereits mit juristischen Gegenmaßnahmen.

Die Familie Bacardí gehört seit Jahrzehnten zu den Hauptfinanziers der aggressiven und teilweise terroristisch gegen Kuba agierenden exilkubanischen Organisationen in Florida. In dem Buch "Im Zeichen der Fledermaus. Die Rum-Dynastie Bacardi und der geheime Krieg gegen Kuba" des kolumbianischen Publizisten Hernando Calvo Ospina aus dem Jahr 2002, wird auf Grundlage zahlreicher Dokumente nachgewiesen, dass führende Persönlichkeiten des Familienkonzerns Bacardí immer wieder gegen Kuba intervenierten und intensive Lobbyarbeit in Washington praktizierten. Dadurch wirkten sie an der Verschärfung wichtiger Gesetze mit. Mitte der 1990er Jahre sagte Bacardí dem Konzern Pernot-Ricard den Kampf an, um ihm das Recht auf das Markenzeichen Havana Club-Rum zu nehmen. Damit sollte Kuba eine wichtige Deviseneinnahmequelle entzogen werden.

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