Kolumbien / Kultur

Kolumbiens Präsident eröffnet Filmfestival in Cartagena

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Santos nutzt die Eröffnungsveranstaltung zur Werbung für seine Vorstellung von Frieden
Santos nutzt die Eröffnungsveranstaltung zur Werbung für seine Vorstellung von Frieden

Cartagena de Indias. Im kolumbianischen Cartagena hat am Mittwoch das Internationale Filmfestival (FICCI) begonnen. Die sechstägige Veranstaltung gilt als ältestes Filmfestival Lateinamerikas und versammelt jedes Jahr lateinamerikanische und internationale Filmschaffende in der Küstenstadt.

Bei der 56. Ausgabe des Festivals steht in diesem Jahr die Erinnerung im Mittelpunkt. Die künstlerische Leiterin, Diana Bustamante, sieht in der Beschäftigung mit der Vergangenheit eine zentrale Aufgabe des kolumbianischen Kinos. "Eine Überprüfung und Verarbeitung der Geschichte ist notwendig, damit wir im hier und jetzt den Wandel herbeiführen können", so Bustamanta. 

Dieses Narrativ machte sich bei der Eröffnungsfeier des Festivals auch Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos zu eigen. "Lasst uns ein neues Drehbuch für Kolumbien schreiben", sagte er vor der versammelten Filmindustrie in Cartagena und fuhr fort: "Zum ersten mal eines, in dem die Waffen auf stumm geschaltet sind". Mit Referenz auf die Friedensverhandlungen im kubanischen Havanna sagte der Präsident: "Wir hoffen, den Konflikt in wenigen Wochen zu beenden und dann einen neuen Film über Kolumbien zu drehen". Von den geladenen Gästen aus der Filmbranche erntete Santos dafür lautstarken Applaus, aber auch vereinzelte Buhrufe.

Beim Filmfestival von Cartagena werden dieses Jahr 154 Filme aus 39 Ländern gezeigt. Am 7. März werden die Gewinner unter anderem in den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm und kolumbianisches Kino gekürt. Eine kleine Auswahl, vier Lang- und fünf Kurzfilme, können bis zum 9. März weltweit (außerhalb Kolumbiens) online angeschaut werden. Nach einer kostenlosen Registrierung sind die Filme abrufbar.

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