Mexiko / Menschenrechte

In Mexiko werden über 50 Personen pro Tag ermordet

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Kultur der Gewalt: Junge in Mexiko spielt Pistole
Kultur der Gewalt: Junge in Mexiko spielt Pistole

Mexiko-Stadt. Die Anzahl der Morde, Erpressungen und Entführungen in Mexiko ist in den ersten drei Jahren der amtierenden Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto stetig gestiegen. Dies geht aus einem Bericht (Informe de víctimas de homicidio, secuestro y extorsión) des Nationalen Systems für Öffentliche Sicherheit (SESNSP) für das Jahr 2016 hervor.

Demnach wurden im Jahr 2013 exakt 18.447 TötungsdelikteLand registriert, das entspricht statistisch betrachtet 50,53 Fällen pro Tag. Ein Jahr später, 2014, sank die Zahl der Tötungen auf 17.324, um von Januar bis Dezember 2015 wieder auf 18.664 Fälle anzusteigen. 

In den ersten zwei Monaten dieses Jahres gab es erneut eine Zunahme der Gewalt. Insgesamt wurden 3.158 Totschläge, 2.627 fährlässige Tötungen, 5.785 Morde, 201 Entführungen und 773 Erpressungen registriert. In allen Fällen, außer bei den fahrlässigen Tötungen, war zwischen Januar und Februar eine Steigerung zu beobachten.

Die Bundesländer mit den höchsten Mordraten in den ersten zwei Monaten 2016 waren Guanajuato mit 507 und Estado de México mit 473, gefolgt von Guerrero mit 452. Das Bundesland Baja California Sur registrierte dagegen nur 17 Morde in dem gleichen Zeitraum.

Hinsichtlich der Tötungsdelikte wurden zwischen Januar und Februar 2016 in den Bundesländern Estado de México 352 und Guerrero mit 326 Fällen registriert. Im Bundesland Aguascalientes gab es dagegen nur vier Fälle.

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Die meistens Entführungen gab es in Tamaulipas mit 40 Fällen, Estado de México mit 35 und Guerrero mit 24, wohingegen in Aguascalientes, Baja California Sur, Nayarit und Quintana Roo keine Entführungen in den ersten zwei Monaten 2016 zu verzeichnen waren.

Die höchste Anzahl von Erpressungen zwischen Januar und Februar 2016 gab es im Bundesland Nuevo León mit 115, gefolgt von Jalisco mit 104 Fällen und die wenigsten in Nayarit und Coahuila mit nur einem Fall jeweils.

Nach wie vor sind die Bundesländer Guerrero, Nuevo León und Estado de México am meisten von der Gewalt betroffen.

Medien verweisen darauf, dass die aktuelle Situation in Mexiko weit von dem Frieden entfernt ist, den Präsident Peña Nieto bei seinem Amtsantritt 2012 versprochen hatte.

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