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Netzwerk ruft zur Verteidigung progressiver Regierungen in Lateinamerika auf

Bei der Eröffnung des Treffens auf dem Podium (von links nach rechts): Atilio Boroń (Argentinien), Ana Ester Cedeña (Mexiko), Luis Hernandez Navarro (Mexiko), Abel Prieto (Kuba) und Vladimir Acosta (Venezuela)

Bei der Eröffnung des Treffens auf dem Podium (von links nach rechts): Atilio Boroń (Argentinien), Ana Ester Cedeña (Mexiko), Luis Hernandez Navarro (Mexiko), Abel Prieto (Kuba) und Vladimir Acosta (Venezuela)

Quelle: albaciudad.org

Caracas. Künstler, Intellektuelle und Aktivisten aus Lateinamerika haben zur Solidarität mit den fortschrittlichen Regierungen und zum Aufbau eines Netzes alternativer Medien in Lateinamerika aufgerufen. Der Appell wurde nach einer mehrtägigen Zusammenkunft von Mitgliedern des "Netzwerks der Künstler, Intellektuellen und sozialen Bewegungen zur Verteidigung der Menschheit" in Caracas veröffentlicht. Teilgenommen hatten daran rund 100 Personen aus 18 Ländern Lateinamerikas und Europas.

In der Abschlusserklärung des 12. Netzwerk-Treffens kritisierten die Teilnehmer die Versuche der lokalen Oligarchien in Kooperation mit den USA vor allem in Venezuela und Brasilien die Regierungen durch juristische Verfahren zu stürzen. Die Offensive der Konservativen würde unterstützt durch private Medienkonzerne und einen "Wirtschaftskrieg". Ziel sei es, die Errungenschaften wieder rückgängig zu machen und die Hoffnungen auf eine andere Gesellschaft zu zerstören. In Venezuela habe diese Strategie – zusammen mit dem fallenden Ölpreis – zu dem Verlust der Mehrheit der sozialistischen Regierung geführt, die zum ersten mal die Gewinne aus der Ölförderung zugunsten der Armen durch Sozialprogramme verteilt habe. Nicht nur solle die Umverteilung zurückgenommen werden, sondern auch die Unabhängigkeit der Länder, die regionale Integration und die partizipative Demokratie.

Die Unterzeichner fordern auch die Rücknahme des Dekrets von US-Präsident Barack Obama, mit dem er Venezuela zur "nationalen Bedrohung" für die USA erklärt und Sanktionen gegen Regierungsfunktionäre verhängt hat.

Um Lateinamerika als Friedenszone zu erhalten, müssten alle Destabilisierungsversuche von Regierungen verhindert werden. Dazu sei eine internationale Solidarität erforderlich, die sich öffentlich gegen den versuchten Staatsstreich in Brasilien ausspreche und sich mit Präsidentin Dilma Rousseff solidarisiere. Auch die Angriffe auf die Regierungen von Bolivien, Ecuador und El Salvador seien zurückzuweisen.

Eine Plattform von Medien soll entstehen, in die der lateinamerikanische Fernsehsender Telesur, öffentliche und kommunitäre Sender, soziale Netzwerke, Internetplattformen und Nachrichtenagenturen einbezogen werden. Damit solle den internationalen Medien etwas entgegen gesetzt werden, die die neoliberalen Kräfte Lateinamerikas unterstützten.

Der Zusammenschluss war 2004 gegründet worden, um "ein Netz der Netzwerke für Information, künstlerisch-kulturelle Aktion, Koordination und Mobilisierung zu schaffen, das Intellektuelle und Künstler mit den Sozialforen und den Volkskämpfen verbindet und die Kontinuität dieser Bemühungen und ihre Verbindung in einer internationalen Bewegung sicherstellt: in Verteidigung der Menschheit", wie es in der Selbstdarstellung heißt.

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