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29.06.2016 Paraguay / Politik

Fernando Lugo will in Paraguay erneut für das Präsidentenamt kandidieren

Will erneut antreten: Fernando Lugo, hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 2009

Will erneut antreten: Fernando Lugo, hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 2009

Asunción. In Paraguay zeichnet sich eine erneute Kandidatur des 2012 gestürzten Präsidenten Fernando Lugo ab. Offenbar plant Lugo bei den kommenden Wahlen 2018 erneut anzutreten. Während des Kongresses der Frente Guasú, einem Zusammenschluss linksgerichteter Parteien und Organisationen in Paraguay, präsentierte sich der linksgerichtete Politiker am vergangenen Samstag als Hauptredner. Bereits im März hatte  die Frente Guasú bekräftigt, dass einer erneuten Kandidatur Lugos trotz der Absetzung vor vier Jahren keine rechtlichen Hürden entgegenstünden.

Während der Veranstaltung dankte Lugo allen anwesenden progressiven Bewegungen und Parteien und betonte, dass die Frente Guasú den verwandten Parteien, wie der "Christdemokratischen Partei" (PDC), der "Fortschrittspartei" (Avanza) und der "Partei der sozialistischen Bewegung"(P-MAS), gegenüber offenstehe.

Der Ex-Präsident und derzeitige Senator nutzte den Parteitag, um ausführlich über die Lage und Zukunft des Landes zu sprechen und dabei die historische Bedeutung der Frente Guasú für Paraguay hervorzuheben. Das Linksbündnis sei in die politische Arena getreten, um zu bleiben und nicht, um sich bestehenden parteipolitischen Konzepten unterzuordnen. Es gehe darum, die Geschichte Paraguays zu verändern, so Lugo.

Zugleich zeigte er sich davon überzeugt, dass die Absprachen zwischen den linken Parteien besser funktionierten als noch im Jahr 2008, als sie die Wahlen gewannen und die Vormachtstellung der rechtskonservativen Colorado-Partei beendeten. Sie sei aber auch besser als 2012, als Lugo das Amt durch den Senat von Paraguay entzogen wurde. Bei den kommenden Wahlen im Jahr 2018 könne die Frente Guasú daher wieder die stärkste politische Kraft in Paraguay werden, um das Land zu verändern, so der Ex-Präsident.

Fernando Lugo war im Juni 2012 in einem Eilverfahren abgesetzt worden. Er wurde für das Massaker von Curuguaty verantwortich gemacht, bei dem am 15. Juni 2012 bei der Räumung besetzter Ländereien elf Landlose und Kleinbauern und sechs Polizisten starben. Die Ereignisse dienten als Begründung für ein politisches Verfahren gegen Lugo und seine Absetzung. Zuvor war sein Koalitionspartner, die "Radikale Authentische Liberale Partei" (PLRA), zur Opposition übergelaufen. Lugos eigene Partei, die "Allianz für den Wandel" (APC), verfügte selbst nur über zwei der 80 Parlamentssitze, weshalb sie auf eine heterogene Koalition mit der PLRA angewiesen war. Vizepräsident Federico Franco (PLRA) wurde sein Nachfolger und regierte das Land bis August 2013. Anhänger des Präsidenten und Beobachter in Lateinamerika bezeichnen Lugos Absetzung bis heute als parlametarischen Putsch.

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