Lateinamerika: 122 Umweltschützer im Jahr 2015 ermordet

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Grafik getöteter Umweltschutzaktivisten weltweit (2010-2015), Spitzenreiter ist Brasilien mit 207 Ermordungen
Grafik getöteter Umweltschutzaktivisten weltweit (2010-2015), Spitzenreiter ist Brasilien mit 207 Ermordungen

Lima. Die Zahl der weltweit ermordeten Umweltschutzaktivisten hat im Jahr 2015 einen neuen Höhepunkt erreicht. Die in London ansässige Menschenrechtsorganisation Global Witness spricht von einem Anstieg um 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 122 der insgesamt 185 Todesopfer im vergangenen Jahr wurden in Lateinamerika ermordet.

Brasilien wird von Global Witness als das gefährlichste Land eingeschätzt. Allein hier sind im vergangenen Jahr 50 Umweltaktivisten ermordet worden. Es folgen Kolumbien (26), Peru (zwölf), Nicaragua (zwölf), Guatemala (zehn), Honduras (acht) und Mexiko (vier).

In ihrem am 20. Juni veröffentlichten Bericht "Ein gefährliches Terrain" beziffert Global Witness den Anteil der Indigenen an der Gruppe der Getöteten mit 40 Prozent. Die Hauptursache für die Ermordungen ist der Widerstand gegen Bergbauprojekte, Agrarindustrie, illegalen Holzschlag und Wasserkraftwerke.

Internationales Aufsehen erregte vor allem der Mord an der honduranischen Menschenrechts- und Umweltschutzaktivistin Berta Caceres am 03. März dieses Jahres. Cáceres war Generalkoordinatorin des Zivilen Rates der Indigenen und Volksorganisationen (COPINH) und engagierte sich auch für die indigenen Rechte und die Rechte der Frauen.

In den letzten Jahren hatte sich die Akivistin gegen die mutmaßlich illegale Errichtung des Staudamms Agua Zarca engagiert, der auf dem Territorium der indigenen Lenca errichtet und ihren Lebensraum zerstören würde. An dem Projekt ist neben den internationalen Geldgebern, die holländische Entwicklungsbank FMO und die finnische Agentur für Entwicklungszusammenarbeit, FinnFund, beteiligt. Auch die deutsche Firma Siemens ist mit ihrem Joint-Venture Voith Hydro beteiligt.

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