Kuba / USA / Spanien / Politik / Wirtschaft

US-Blockade verhindert Kredit- und EC-Kartenleser in Vertretungen von Kuba

1.jpg

Botschafter von Kuba in Spanien, Eugenio Martínez
Der Botschafter von Kuba in Spanien, Eugenio Martínez, zeigt sich enttäuscht über die Verweigerung von Servicleistungen für die Botschaft

Madrid. Die kubanische Botschaft in Madrid hat beklagt, dass es aufgrund der US-amerikanischen Blockade nicht möglich ist, in den Konsulaten in Barcelona, Sevilla und Santiago de Compostella Kartenleser aufzustellen. Die spanische Bank Santander, deren Kunde die kubanische Vertretung seit mehr als zehn Jahren ist, hatte dies mit der Begründung abgelehnt, dass eine Abwicklung von EC- und Kreditkartenzahlungen nicht möglich sei, da deren Aussteller eine Tochtergesellschaft der U.S. Bancorp sei und daher unter die Blockaderegelungen falle.

Ähnliche Probleme hatte es bereits Ende 2013 in der konsularischen Vertretung Kubas in Washington gegeben. In Folge kamen die Konsulartätigkeiten zum Erliegen.

Anfang dieses Jahres war zudem bekannt geworden, dass trotz der Annäherungen beider Länder Geschäftskontakte, auch von Nichtregierungsorganisationen in Europa, weiterhin beschränkt und Bankkonten aufgekündigt wurden, obwohl die Europäische Union keinerlei Sanktionen gegenüber Kuba unterhält. Daraufhin hatte das Finanzministerium der USA im März seine Beschränkungen gelockert, um zumindest Geschäfte der kubanischen Regierung zu ermöglichen.

Umso überraschter zeigte sich Eugenio Martínez, der kubanische Botschafter in Spanien. Er verwies auf die Rede von US-Präsident Barack Obama während seines Kuba-Besuches im März. Damals hatte Obama bekräftigt, dass die "Blockadepolitik nicht funktioniert" und eine derartige "Isolation keinen Sinn mache", da sie den "Kubanern mehr schade als nütze". Martínez hob hervor, dass die Konsulate "Opfer der extraterritorialen Anwendung des größten Finanzblockadesystems" seien. Dadurch werde der konsularischen Ablauf in Spanien behindert und einfache Angelegenheiten unmöglich gemacht, was für Kubaner und Spanier gleichermaßen behindern würde.

Vergangenen Freitag hatte die kubanische Regierung zudem einen Bericht vorgelegt, der aufzeigt, dass die US-Blockade der Insel allein im vergangenen Jahr 4,7 Milliarden US-Dollar gekostet hat. Über die letzten 60 Jahre aufsummiert errechnete man einen Verlust von 753,7 Milliarden US-Dollar. Im vergangenen Jahr hatten bei der Abstimmung in der UN-Generalversammlung 191 Länder die US-Blockade gegenüber Kuba verurteilt. Lediglich Israel stimmte mit den USA.

Wenn Sie über diesen Artikel mitdiskutieren wollen, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion auf unserer Facebook-Seite oder folgen Sie einfach diesem Link
Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr