Bauerngewerkschaft verurteilt Landvertreibungen in Guatemala

14633083_1240366862651762_2448844657053877317_n.jpg

1.800 Polizisten waren an der Räumung des Dorfes El Esfuerzo Túnico in Guatemala beteiligt
1.800 Polizisten waren an der Räumung des Dorfes El Esfuerzo Túnico in Guatemala beteiligt

Guatemala-Stadt. Bei einer gewaltsamen Landvertreibung in El Estor im guatemaltekischen Verwaltungsbezirk Izabal sind mehrere Bauern und Bäuerinnen verletzt worden, die Häuser wurden abgebrannt und zwei Aktivisten verhaftet. Laut der Bauerngewerkschaft Comité de unidad campesina (CUC) wurden im Dorf El Esfuerzo Túnico 88 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. 1.800 Polizisten und mehrere Helikopter waren an der Räumung des Ortes beteiligt, die durchgeführt worden sei, obwohl Gespräche zwischen der Gemeinschaft und den Großgrundbesitzern im Gang waren, an denen auch das Landwirtschaftsministeriums beteiligt war.

Die CUC, welche die Gemeinschaft El Esfuerzo Túnico in diesem Prozess begleitet, beschuldigt die Großgrundbesitzer, sich weitere Landflächen auf illegale Weise angeeignet zu haben und sie für den Anbau von Bananen und Palmöl zu nutzen. Diese Landvertreibung verletzte grundlegende Menschenrechte wie das Recht auf eine Wohnung, das Recht auf Land und Ernährung und das Recht indigener Bevölkerungen auf ihr eigenes Territorium.

Sie schätzen unsere Berichterstattung?

Dann spenden Sie für amerika21 und unterstützen unsere aktuellen, hintergründigen und professionellen Beiträge über das Geschehen in Lateinamerika und der Karibik.

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr amerika21-Team

Diese Vertreibung sei indes kein Einzelfall, weitere seien geplant. Laut CUC ordnen sich die aktuellen Ereignisse in eine große Kriminalisierungskampagne des Widerstandes gegen Großprojekte und insbesondere die Gewerkschaft selber ein. So wurden bereits am 24. September die Regionalkoordinatorin im Süden des Landes, Dalila Mérida und vier weitere CUC-Mitglieder verhaftet. Zudem seien auch weitere Führungspersonen, unter ihnen der Generalkoordinator Daniel Pascual, permanenten Angriffen ausgesetzt.

Die gewaltsamen Räumungen und Vertreibungen verletzen nach Auffassung der Gewerkschaft nationales und internationales Recht der Bäuerinnen und Bauern und sei das Resultat einer fehlenden Landwirtschaftspolitik, die sich für den Zugang der indigenen Gemeinschaften und Kleinbauern zu Land einsetzt.

Wenn Sie über diesen Artikel mitdiskutieren wollen, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion auf unserer Facebook-Seite oder folgen Sie einfach diesem Link
Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr