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Indigene und schwarze Frauen in Honduras fordern ihre Rechte ein

Teilnehmerinnen des 2. Treffens indigener und schwarzer Frauen "Für die Verteidigung unserer Kultur, Länder und Gemeingüter" in Honduras

Teilnehmerinnen des 2. Treffens indigener und schwarzer Frauen "Für die Verteidigung unserer Kultur, Länder und Gemeingüter" in Honduras

Tegucigalpa. In der Hauptstadt von Honduras hat Ende Mai das zweite Treffen indigener und schwarzer Frauen unter dem Motto "Für die Verteidigung unserer Kultur, Ländereien und Gemeingüter" stattgefunden. Eingeladen hatte die Nationale Koordination indigener und schwarzer Frauen in Honduras (Conaminh), die es seit 2003 gibt. Es kamen über 550 Frauen aus sechs indigenen Gruppen, wie zum Beispiel der Pech oder Garifuna, zusammen, um sich zwei Tage lang auszutauschen und Strategien zu diskutieren.

In dem Aufruf zum Treffen prangern die Frauen besonders die Verfolgung, Kriminalisierung und juristische Verurteilung derjenigen an, die sich gegen ein Modell ökonomischer Ausbeutung einsetzen und gegen ein zutiefst rassistisches und patriarchales System kämpften, das sich unter anderem in den extraktivistischen Projekten und dem politischen, juristischen und ökomischen System des honduranischen Staates zeige.

Miriam Miranda, Koordinatorin von Ofraneh (Organización Fraternal Negra Hondurena) hob hervor: "Die Verfolgung der Verteidigerinnen der Gemeingüter und des Lebens nimmt zu. Sie verfolgen uns, nehmen uns fest und nehmen sich einfach unser Land, das wir seit hunderten Jahren bewohnen. Wir fordern das sofortige Ende staatlicher Verfolgung und der Anwendung  von Gesetzen, die gegen unsere ethnischen Gruppen, Länder und Gemeingüter ausgelegt werden. Und unser Recht auf vorherige Anhörung muss respektiert werden." Die Dachorganisation Ofraneh unterstützt die afro- und indigenen Gemeinden im Kampf um ihr traditionelles Land.

Eine Vertreterin der Pech und Sprecherin von Conaminh fügte dem hinzu: "Als indigene Frauen fühlen wir uns bedroht, nur weil wir unsere Ländereien und die Natur verteidigen. Hier sind Frauen aus sechs indigenen Gruppen zusammengekommen und wir fordern den honduranischen Staat auf, die Repression zu beenden und unsere Rechte nicht weiter zu verletzten."

Die Frauen gedachten der indigenen Aktivistin Berta Cáceres und ihrem emanzipatorischen Kampf für Menschen- und Umweltrechte. Im März 2016 wurde Cáceres ermordet, sie war einer der Gründerinnen des Treffens. Die Aufklärung des Verbrechens und die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen wurden bei dem Treffen gefordert. "Wir werden niemals aufhören, bis es eine Verurteilung gibt und die Straffreiheit aufhört”, so Miranda.

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