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22.07.2017 Lateinamerika / Politik

Forum von São Paulo beschließt erstmals gemeinsames Programm

Bei der Eröffnung des 23. Forums von São Paulo

Bei der Eröffnung des 23. Forums von São Paulo

Managua. Das 23. Forum von São Paulo ist nach drei Tagen Debatten und Analysen am Mittwoch mit der Verabschiedung des Programms "Konsens unseres Amerikas" sowie einer Abschlusserklärung beendet worden. Die 300 Delegierten aus 22 Ländern der Region waren sich einig, dass die linken und progressiven Kräfte innerhalb wie außerhalb des Forums sich zusammenschließen und gemeinsam für eine bessere Gesellschaft kämpfen sollten. Dabei sei es wichtig zu respektieren, dass es in der Region ebenso wie in den jeweiligen Länder Gruppierungen und Parteien mit unterschiedlichen Meinungen gebe. Jedoch sei für eine Transformation der Gesellschaften der Zusammenschluss von politischen und sozialen Bewegungen die Voraussetzung für einen erfolgreichen Kampf.

Das Programm soll ein Angebot an alle gesellschaftlichen Gruppen sein, die seine Grundsätze anerkennen, unter anderem sind dies: partizipative Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Freiheit, Gemeinwohl, Frieden und Ethik, Sicherheit der Bürger sowie Kampf gegen Korruption. Die Solidarität der Völker, Patriotismus und Internationalismus und der Kampf gegen jegliche Form der Diskriminierung stellen ebenfalls Prinzipien dar.

Das Foro de São Paulo sieht sich in der Tradition der antikolonialen und der Kämpfe der sozialen und politischen Bewegungen des Kontinents. Selbstkritisch bewertet das Programm, dass auch die linken und fortschrittlichen Regierungen bisher keine ausreichende Transformation der Gesellschaften erreicht haben.

Angesichts der Rückschritte in Lateinamerika durch Putsche und Regierungswechsel sowie der Angriffe von Außen gegen progressive Regierungen, sei es erforderlich, trotz der unterschiedlichen politischen Ansätze und Ideologien gemeinsame Strategien und Handlungsansätze zu entwickeln und umzusetzen.

Die Delegierten beschlossen zudem die Unterstützung und eine Wahlbegleitung für die verfassunggebende Versammlung in Venezuela. Weitere Resolutionen wurden zur Verteidigung des Friedensprozesses in Kolumbien, gegen die US-Blockade gegen Kuba, zur Unterstützung von Brasiliens Ex-Präsident Lula da Silva und der Forderung Boliviens nach einem Meereszugang verabschiedet. Zu dem Treffen waren auch wieder zahlreiche Gäste aus Europa, Asien, Afrika und den USA eingeladen.

Das Foro de São Paulo entstand nach dem Zusammenbruch des "Realsozialismus" in Osteuropa auf Initiative des ehemaligen Präsidenten von Brasilien, Lula da Silva und Kubas Revolutionsführer Fidel Castro. Damit sollte ein neues Debattenformat entstehen, dass über die Treffen der kommunistischen Parteien hinausgeht.

Amerika21 wird in Kürze eine Zusammenfassung des "Konsens unseres Amerikas" vorstellen

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