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01.08.2017 Kuba / USA / Politik

Ziviler Ungehorsam gegen die US-Blockade gegen Kuba

Motto der Karawane 2017: "Liebe ist unsere Genehmigung: Kuba ist unser Freund"

Motto der Karawane 2017: "Liebe ist unsere Genehmigung: Kuba ist unser Freund"

Quelle: facebook.com

Havanna. Am vergangenen Sonntag hat die 28. Freundschaftskarawane USA-Kuba ihre Reise nach Kuba beendet. Angekommen waren die "Caravanistas" am 14. Juli nach einem Zwischenstopp in Mexiko-Stadt. Zuvor waren sie in kleinen Gruppen auf sechs unterschiedlichen Routen durch 30 Bundesstaaten der USA gefahren und erläuterten in Veranstaltungen und Gesprächen in 54 Städten die Ziele und Hintergründe ihrer Solidaritätsreisen nach Kuba.

Diese Karawanen werden seit 1992 von der Interreligiösen Stiftung für Community-Organisationen (IFCO), New York, unter dem Titel "Pastors for Peace" (P4P) durch die USA und von dort auf die sozialistische Insel durchgeführt. Das Ziel: die Blockade und die Reisebeschränkungen für US-Bürger nach Kuba zu durchbrechen. Sie wollen eine von Bürgernnien und Bürgern bestimmte humane, soziale Außenpolitik und Diplomatie praktizieren.

Die Direktorin von IFCO und P4P, Gail Walker, sagte am ersten Tag in Kuba: "Wieder einmal haben wir aus den USA über Mexiko kommend Kuba erreicht. Wieder einmal haben wir Hass und Irrationalität durch eine große Dosis  Liebe herausgefordert." Die Beteiligten übertreten mit ihrer Reise ganz bewusst geltende US-Gesetze, denn sie beantragen nicht die erforderliche Genehmigung durch die zuständigen Behörden. In Anbetracht der kürzlich erfolgten Reiseverschlechterungen nach Kuba durch US-Präsident Donald Trump sagte Pater Luis Barrios, ein mitreisendes Vorstandsmitglied von IFCO, dass die Karawanen weiter durchgeführt würden und ihr Ziel noch nicht erreicht sei: die US-Blockade gegen Kuba zu brechen, aber auch jene Blockade, welche die Ideen des kubanischen Experiments von den Menschen in den USA isoliere.

Gegen die US-Blockade agiert auch die "Venceremos Brigade" aus den USA, die fast zeitgleich in Kuba war und sich mit den "Caravanistas" traf und über Solidaritätsarbeit und die US-Politik diskutierte.

Das umfangreiche Besuchsprogramm für die P4P führt diesmal von Havanna in den Osten nach Santa Clara und in die Bergregion Escambray, wo historische Orte der kubanischen Revolution besucht und zahlreiche Gespräche geführt wurden.

Am Ende der Reise der 28. Freundschaftskarawane der P4P sagte ihr Gastgeber in Havanna, Joel Suárez, Direktor des Martin Luther King Jr. Centers, sie hätten geglaubt, dass einige Fortschritte erzielt worden seien, die Politik der Trump-Regierung habe die Beziehungen jedoch wieder verschlechtert. "Wir übermitteln euch unsere Dankbarkeit. Ihr seid ein Beispiel dafür, dass selbst wenn die Brücke über turbulente Gewässer führt, es Menschen gibt, die sie weiterhin überqueren, mit oder ohne Genehmigungen, denn Liebe ist größer", sagte Pater Suárez. Ob die "Caravanistas" und IFCO mit Repressalien zu rechnen haben bleibt abzuwarten.

IFCO wurde allerdings bereits zu Beginn dieses Jahres die Gemeinnützigkeit aberkannt.

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