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Fußball-WM der Männer: Diego Maradona bietet National-Elf von Argentinien Hilfe an

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Von sich überzeugt: Diego Maradona
Von sich überzeugt: Diego Maradona

Buenos Aires/Moskau. Der ehemalige argentinische Spitzenfußballer Diego Armando Maradona will wieder Trainer der argentinischen Nationalmannschaft werden. In seiner Fernsehsendung beim lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur kündigte er an: "Ich würde es umsonst machen."

So erfolgreich er als Spieler auf dem Feld war, als Trainer war er es nicht. Es ist eine Kunst selber gut zu spielen, es ist aber auch eine Kunst, gutes Spiel zu vermitteln. Daran ist Maradona bei der WM 2010 mit der argentinischen Nationalmannschaft gescheitert. Dass er jetzt anbietet, den Trainerposten unentgeltlich erneut zu übernehmen, befeuert die Posse rund um die Albiceleste, die argentinische Nationalmannschaft.

Nach dem Aus gegen Frankreich ist das argentinische Nationalteam zurück in der Heimat. Nicht nur die Zukunft des Superstars Lionel Messi ist weiterhin unklar, sondern vor allem die des Trainers Jorge Sampaoli. Der argentinische Verband hatte ihn erst im vergangen Jahr teuer vom FC Sevilla ausgelöst. Sein Honorar gilt als üppig, ebenso die Vertragslaufzeit bis 2022. Freiwillig gehe er nicht, sagte er gegenüber der Tageszeitung Clarín. Käme es zu seiner Entlassung, stünde ihm eine Entschädigung von rund 17 Millionen US-Dollar zu.

Mehrere Zeitungen und Online-Portale haben Umfragen über den Verbleib von Sampaoli und Verbandschefs Claudio Tapia gestartet. Beide werden mit einer vernichtenden Mehrheit von über 80 Prozent in die Wüste gewünscht. Als möglichen Nachfolger wollen viele Fans den ehemaligen argentinischen Nationalspieler und heutigen erfolgreichen Trainer Diego Simeone. Enorme Zustimmung erfährt auch Pep Guardiola als möglicher Nachfolger.

Maradona hingegen hatte bei den Umfragen keiner auf dem Zettel. Er musste sich schon selber einbringen. Dabei war er es, der durch seine Telepräsenz auf der Tribüne und bei Telesur die Debatte in Argentinien erst richtig angefeuert hat. Er analysierte jede Geste Messis und heizte die Stimmung der Argentinier mächtig an.

Bei der WM behalf sich Noch-Nationaltrainer Sampaoli mit Galgenhumor. Seine Kompetenzen beim Team seien dieselben wie zuvor: "Außer, dass Messi die Aufstellung macht und Mascherano die Anweisungen gibt. Ich renne nur am Spielfeldrand auf und ab und schreie mir die Seele aus dem Leib".

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