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Museum über Kalten Krieg in Kuba will Jugend über Konflikt informieren

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Das modernisierte "Memorial de la Denuncia" in Havanna, Kuba

Havanna. In Kuba haben seit der Wiedereröffnung eines Museums über den Kalten Krieg vor einem Jahr mehr als 52.000 Menschen die Ausstellung besucht. Das "Memorial de la Denuncia" (Denkmal der Anklage) im Viertel Miramar der Hauptstadt Havanna war vor einem Jahr nach mehrjährigen, umfangreichen Umbauten und Modernisierung wiedereröffnet worden. Die Ausstellung will in moderner und unterhaltsamer Form über die Geschichte Kubas seit dem Zweiten Weltkrieg informieren. Schwerpunkt des Museums ist die Geschichte der Konfrontation der USA gegenüber Kuba im Kalten Krieg sowie die Gewalt extremistischer Organisationen gegen den sozialistischen Inselstaat.

Thematisch ist das Museum durch sechs Leitmotive strukturiert, darunter die CIA (Central Intelligence Agency) und andere Geheimdienste der USA, Medienkrieg durch die US-dominierten Nachrichtenagenturen und Massenmedien, Staatsterrorismus sowie Wirtschaftskrieg. Dadurch "können die Besucher das Ausmaß dieser Aggressionen erkennen", erklärte die stellvertretende Direktorin der Gedenkstätte, Ileana Gell: "Es ist ein modernes Projekt für die Jugend mit aktuellen Museumstechnologien. Die Besucher können die verschiedenen US-Angriffe gegen Kuba seit 1959 nachvollziehen und durch die sechs Themenschwerpunkte verstehen sie die Natur der ständigen Einmischung Washingtons gegenüber unserer Nation besser."

Die große Attraktivität des Museums resultiert auch aus der modernen museumspädagogischen Konzeption und der Technik, die zum Einsatz kommt. Denn neben den üblichen traditionellen Objekten, die normalerweise in einem Museum zu finden sind, werden auch interaktive Methoden verwendet. Dazu gehören beispielsweise Touch Screens an den Wänden mit Zeitleisten, interaktive Infografiken mit historischen Fakten, Materialien mit holografischen Effekten, Filme, und ein "sensorischer Raum" mit zum Beispiel dem Geruch von Schießpulver. "Das ist ein neuer Ansatz mit einer moderneren Form und Sprache für junge Leute, die sehr häufig neue Technologien nutzen", hob die Museumsdirektorin hervor.

Vor einem Jahr hatte der heutige Präsident Miguel Diaz-Canel bei der Einweihung der Gedenkstätte konstatiert: "Das Museum verfügt über eine einzigartige Qualität, nicht nur wegen seiner technologischen Fortschritte, sondern auch, weil es eine Erinnerung und Anerkennung für diejenigen darstellt, die ihr Leben verloren haben und das Recht verteidigt haben, in einem souveränen Kuba zu leben."

Bewusstseinsbildung hat in Kuba einen hohen Stellenwert. Und gegenwärtige Generationen von Kubanern, die diese Geschichte nicht oder nur zeitweise miterlebt haben und sie lediglich als Teil der Vergangenheit betrachten, können nun durch Museumsstücke, Dokumente, künstlerische Arbeiten und interaktive Bildschirme etwas darüber erfahren. "Es ist sehr wichtig, einen solchen Ort zu haben, so dass er sowohl von Einheimischen als auch von Ausländern und besonders von unserer Jugend besucht werden kann", so Gell.

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