Kolumbien / Politik / Medien

Paramilitärs in Kolumbien bedrohen Journalisten und freie Medien

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In diesem Pamphlet bedrohen die "Aguilas Negras" die Medienschaffenden mit dem Tode
In diesem Pamphlet bedrohen die "Aguilas Negras" die Medienschaffenden mit dem Tode

Bogotá. Eine Journalistin der kolumbianischen Onlinezeitung El Macarenazoo hat unlängst ein Flugblatt vom Bloque Capital der paramilitärischen Organisation Águilas Negras erhalten. Darin werden Medienschaffende der alternativen Medien El Macarenazoo, El Turbión, Clarín de Colombia, Desde Abajo und Colombia Informa bedroht. Gegen vier namentlich genannte Medienschaffende sowie die Mitarbeiter der fünf Medien wird in dem Flugblatt ein "Todesurteil" verhängt.

Die bedrohten Medien und Journalisten werten dies als Teil der zunehmenden Verfolgung und Repression gegen die sozialen Bewegungen, die bereits zur Ermordung dutzender Führungspersonen und Menschenrechtsverteidiger in Kolumbien geführt hat. Damit solle versucht werden, die Stimmen der Journalisten, ihre Arbeit der Verbreitung und Aufdeckung sowie die Menschenrechtsarbeit in Kolumbien zum Schweigen zu bringen, so das Nachrichtenportal Colombia Informa. Angesichts der zahlreichen Drohungen, die es in diesem Jahr bereits gegeben hat, könne dies nicht als Einzelfall gewertet werden. "Wir sind davon überzeugt, dass diese Vorfälle das Ergebnis einer systematischen Gewalt sind, die sich seit Jahrzehnten gegen die Bevölkerung richtet", schreibt Colombia Informa weiter. Diese Gewalt habe Millionen Opfer hervorgebracht, da der Staat nicht in der Lage sei, die Wahrung der Menschenrechte zu garantieren. Der Staat habe auch nicht versucht, das Recht auf freie Meinungsäußerung der 89 Journalisten zu schützen, die seit Jahresbeginn bedroht und verfolgt worden seien.

Colombia Informa wertet den Vorfall als Angriff auf die Demokratie und auf das Grundrecht auf freie Meinungsbildung. Damit werde die Teilhabe verschiedener Gesellschaftsschichten beeinträchtigt. Als Opfer der Drohung betont das Portal, sich nicht einschüchtern zu lassen, sondern stattdessen verstärkt auf gegenseitige Solidarität und Einigkeit zu setzen.

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