Kolumbien / Politik

UN drängen Kolumbiens Präsident zum Festhalten am Friedensprozess

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Die Vereinten Nationen setzen sich für die Fortsetzung des Friedensprozesses mit der Farc-Partei und der ELN-Guerilla ein
Die Vereinten Nationen setzen sich für die Fortsetzung des Friedensprozesses mit der Farc-Partei und der ELN-Guerilla ein

Bogotá. Der Vorsitzende der Verifikationsmission der Vereinten Nationen in Kolumbien, Jean Arnault, hat sich mit Präsident Iván Duque getroffen, um die Umsetzung des Friedensvertrags mit den ehemaligen Farc-Rebellen zu erörtern. Arnault appellierte dabei, den "schweren und fragilen Prozess" fortzuführen. Er betonte die Bedeutung des Friedensvertrags für Kolumbien und die internationale Gemeinschaft. Kolumbien sei eine "Quelle der Inspiration in einer Welt, die zurzeit von Konflikten durchzogen ist, die unlösbar erscheinen."

Beide waren sich einig, dass die Reintegration der ehemaligen Kämpfer einen stärkeren Bezug zu deren Lebensrealitäten haben müsse. Auch die lokalen Gemeinden müssten mehr Unterstützung bei diesem Prozess erhalten. Die Umsetzung des Friedensvertrags benötige jedoch viele finanzielle Ressourcen, die das Land nicht besitze, so Duque. Es sollen Anstrengungen unternommen werden, weitere Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen.

Zugleich verteidigte Duque geplante Änderungen am Vertrag. Der Kongress arbeite an einem Gesetz, das Drogenhandel nicht mehr als politisches Verbrechen anerkennt. Dadurch würden härtere Strafen für die Mitglieder der ehemaligen Guerillagruppe möglich. Er sicherte denjenigen seine Unterstützung zu, die ein ernsthaftes Interesse an einem Leben in der Legalität haben. Gegen alle anderen werde er mit harter Hand vorgehen.

Bereits vor einigen Wochen veröffentliche die Farc-Nachfolgepartei Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes ein Schreiben an Präsident Duque, in dem sie die Regierung aufforderte, das im Friedensvertrag Vereinbarte umzusetzen. Die Guerilla Nationale Befreiungsarmee (ELN) zeigte sich besorgt, dass die zurzeit pausierenden Gespräche auf Kuba nicht fortgeführt werden. Sie betonte ihre Bereitschaft eine friedliche Lösung des Konflikts zu finden. Als Zeichen des guten Willens ließ die ELN bereits in den vergangenen Wochen einige gefangene Militärs und Polizisten frei.

Für die Verifikationsmission der Vereinten Nationen in Kolumbien ist es bereits das zweite Mandat im südamerikanischen Land. Sie überwachte bereits die ordnungsgemäße Abgabe der Waffen der Rebellen. In ihrer jetzigen Mission soll sie die Einhaltung des Friedensvertrags beobachten.

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