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2,2 Millionen neue Wohnungen in Venezuela

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Venezuelas Präsident Nicolás Maduro übergibt einer Familie die Schlüssel für ihre neue Wohnung, die im Rahmen der Gran Misión Vivienda gebaut wurde
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro übergibt einer Familie die Schlüssel für ihre neue Wohnung, die im Rahmen der Gran Misión Vivienda gebaut wurde

Caracas. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat die 2,2-millionste Wohnung aus dem Wohnungsbauprogramm Gran Misión Vivienda Venezuela (GMVV) an ihre neuen Bewohner übergeben. Mit dem 2011 lancierten Programm stellt die Regierung günstigen Wohnraum für Personen und Familien zur Verfügung, die einen entsprechenden Bedarf nachweisen können.

"Die Misión Vivienda ist eine weltweit einzigartige Erfahrung. Sie stellt die besten Grundstücke, die Finanzierung und Materialien bereit, schafft Dienstleistungen und Wohnraum sowie Kreditbedingungen, damit Familien sich eine Wohnung leisten können", sagte Maduro.

Das Sozialprogramm war 2011 vom damaligen Präsidenten Hugo Chávez gestartet worden, um der Wohnungsknappheit in dem südamerikanischen Land zu begegnen. Aufgrund von massiven Erdrutschen waren in jenem Jahr zudem Tausende obdachlos geworden. Bis heute leben Millionen Venezolaner in informell errichteten Siedlungen, vor allem in Großstädten wie Caracas, Maracaibo und Valencia.

Für die Regierung stellt GMVV ein Prestigeprojekt dar, das neben einer sehr greifbaren Verbesserung der Wohnsituation von Millionen Menschen auch Auswirkungen auf die Beschäftigung hat. Laut Präsident Maduro wurden durch die Bautätigkeiten rund eine Million Stellen in der Branche geschaffen.

Kritiker bemängeln einerseits, dass es bei der Vergabe von Bauaufträgen sowie bei der Ausführung der Arbeiten immer wieder zu Korruption komme. Der Autor Alfredo Mariño Elizondo fragte schon 2016 auf dem Internetportal aporrea.org: "Ist es sinnvoll, ein Wohnungsbauprogramm fortzuführen, das ausschließlich auf quantitativen Kriterien basiert, auf Bauunternehmen, die ausschließlich auf kommerzieller Basis tätig sind und das 2011 angesichts der damals hohen Ölpreise möglich wurde? Denn diese Ausgangslage existiert heute nicht mehr."

Trotzdem will Maduro den Wohnungsbau weiter intensivieren. Für das Jahr 2018 gab der Staatschef das Ziel von 572.000 neu gebauten Wohnungen aus. Bis Ende 2019 soll das beim Start des Programms im Jahr 2011 definierte Ziel von drei Millionen neuen Wohnungen erreicht werden.

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