Venezuela: Vier Soldaten bei bewaffnetem Angriff getötet

solcaidos.jpg

Der Sarg einer der vier gefallenen Soldaten der venezolanischen Streitkräfte
Der Sarg einer der vier gefallenen Soldaten der venezolanischen Streitkräfte

Caracas. Beim Überfall einer bewaffneten Gruppe sind vergangenen Sonntag vier Soldaten der venezolanischen Streitkräfte (Fuerza Armada Nacional Bolivariana, FANB) getötet worden. Zehn weitere wurden verletzt. Der Angriff geschah in der Nähe der Stadt Puerto Ayacucho im Bundesstaat Amazonas, nahe der Grenze zu Kolumbien.

Wie die Tageszeitung Últimas Noticias berichtete, hatten die Militärs kurz zuvor den kolumbianischen Staatsbürger Luis Felipe Ortega Bernal festgenommen. Dieser soll unter dem Pseudonym "Garganta" eine paramilitärische Gruppe angeführt haben. Die Bande habe sich mit einem Hinterhalt für die Festnahme ihres Anführers rächen wollen.

Venezuelas Verteidigungsminsiter Vladimir Padrino López bezeichnete den Zwischenfall als "Produkt des internen Konflikts in Kolumbien, den der Staat in 60 Jahren nicht zu lösen imstande war". Kolumbiens Außenministerium verurteilte den Angriff auf die venezolanischen Soldaten und machte die kolumbianische Guerilla ELN (Ejército de Liberación Nacional, Nationale Befreiungsarmee) dafür verantwortlich. "Die Regierung Kolumbiens weist den Terrorismus und die Gewalt zurück, die durch organisierte bewaffnete Gruppen wie die ELN ausgelöst werden", schrieb das Ministerium in einer Mitteilung.

Die wahren Hintergründe des Angriffs bleiben indes undurchsichtig. Auf einem erst vor wenigen Tagen erstellten Twitter-Konto verlangte eine Gruppe namens "ELN Venezuela" die sofortige Befreiung von "Garganta" verbunden mit der Drohung, "andernfalls erneut die FANB anzugreifen". Zudem wurde dort behauptet, die ELN habe "die Erlaubnis, in Venezuela zu operieren, wie es in Havanna vereinbart worden ist". Offenbar bezog sich der Tweet auf die (derzeit pausierenden) Friedensverhandlungen zwischen Kolumbiens Regierung und der ELN in der kubanischen Hauptstadt.

Auf ihrem offiziellen Twitter-Kanal distanzierte sich die ELN jedoch sogleich von der angeblichen venezolanischen Untergruppe: "Es gibt ein unechtes Konto unter dem Namen @ELNVenezuela. Alles, was darauf veröffentlicht wird, entspricht nicht der Politik der ELN. Damit wollen Geheimdienste und kriegsbefürwortende Kreise den Friedensprozess sabotieren."

Der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza betonte indes, Venezuela sei "immer bereit, mit Kolumbien für die Erreichung eines dauerhaften Friedens zusammenzuarbeiten, ebenso bei der Koordinierung von Aktionen mit dem Ziel, eine sichere und stabile gemeinsame Grenze zu garantieren".

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr