Paramilitärs setzen Kopfgeld auf Indigene in Kolumbien aus

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Der Drohbrief der Águilas Negras
Der Drohbrief der Águilas Negras

Caloto, Kolumbien. Die paramilitärische Organisation "Schwarze Adler" (Águilas Negras) hat in einer Flugschrift Geld dafür angeboten, dass indigene Führungspersönlichkeiten im Norden der südwestkolumbianischen Provinz Cauca ermordet werden. Die Flugschrift wurde am selben Tag veröffentlicht, an dem indigene Gemeinschaften einen öffentlichen Rundgang durch das Schutzgebiet Huellas in der Gemeinde Caloto durchführten, um an den Mord an ihrem Gouverneur Edwin Dagua zu erinnern. Dagua wurde am 7. Dezember von Unbekannten erschossen. Er war zuvor von Paramilitärs bedroht worden.

Mehrere Organisationen, unter ihnen die Vereinigung der indigenen Gemeinschaften des Nord-Cauca (Asociación de Cabildos Indígenas del Norte del Cauca, Acin) bestätigten das Schreibens, das von der Einheit Bloque Capital der Águilas Negras unterzeichnet wurde. Kopien tauchten hauptsächlich in den Orten Caloto, Corinto, Tóez, El Palo und López Adentro auf.

Die Drohungen richten sich in erster Linie gegen Führungspersönlichkeiten der indigenen Verwaltungsstruktur des Nord-Cauca. Die Paramilitärs bieten für den Mord an den teilweise namentlich genannten Gouverneuren, Ratsangehörigen, Koordinatoren, Wächtern und Gemeindehelfern zwischen einer Million und fünf Millionen Pesos (268 bis 1.342 Euro). "Jedes Ratsmitglied hat seinen Preis, jeder Kopf hat einen Wert", heißt es in dem Flugblatt.

Wie die Acin erklärt, gehören mehrere der namentlich genannten Personen einem "Plan des Lebens" genannten Projekt der indigenen Ethnie der Nasa an. Sie leben  im Schutzgebiet Huellas in Caloto. In einem Kommuniqué erklärte die Vereinigung: "Diese neuen Drohungen stehen im Kontext einer breit angelegten politischen Verfolgung und einer erstarkenden Gewalt im ganzen Land." Acin rief "alle Menschenrechtsgruppen, aber besonders unsere Partnerorganisationen" dazu auf, "Maßnahmen zum Schutz des Lebens" zu stärken.

Die Águilas Negras gelten als ’narco-paramilitärische‘ Organisation. Als solche werden kriminelle kolumbianische Organisationen bezeichnet, die für eine neue Generation der Paramilitärs stehen. Sie finanzieren sich hauptsächlich vom Drogenhandel. Viele ihrer Mitglieder waren zuvor Teil der 2006 offiziell aufgelösten paramilitärischen Armee "Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens" (Autodefensas Unidas de Colombia, AUC).

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