Venezuela / Politik

Venezuela: Regierung präsentiert Erkenntnisse über paramilitärische Operationen

Opposition soll Pläne für Terroranschläge zusammen mit Paramilitärs gemacht haben. Mehrere Verhaftungen

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Kommunikationsminister Jorge Rodriguez präsentierte das, was er als Beweis für "ultrarechte Pläne zur Förderung des Regimewechsels" bezeichnete
Kommunikationsminister Jorge Rodriguez präsentierte das, was er als Beweis für "ultrarechte Pläne zur Förderung des Regimewechsels" bezeichnete

Caracas. Venezolanische Behörden haben informiert, dass der selbsternannte "Interimspräsident" Juan Guaidó und andere Oppositionsführer an einem Plan zur Durchführung von Terroranschlägen beteiligt gewesen sein sollen. Dabei seien ausländische Paramilitärs zum Einsatz gekommen, die in Kolumbien ausgebildet wurden.

Kommunikationsminister Jorge Rodríguez präsentierte Dokumente, die er als Beweismittel für "ultrarechte Pläne zur Förderung des Regime Change" bezeichnete. Laut Rodríguez enthüllten die Geheimdienste Pläne, Söldner aus Kolumbien und Mittelamerika unter Vertrag zu nehmen und sie nach Venezuela zu bringen, um gezielte Morde und Sabotageakte durchzuführen. Er fügte hinzu, dass "mindestens die Hälfte" der bewaffneten Gruppen es geschafft habe, ihren Weg auf venezolanisches Gebiet zu finden. Nach ihnen wird derzeit gefahndet.

"Wir haben einige Paramilitärs identifiziert, die nach Venezuela eingedrungen sind und wir werden sie zu Lande, zu Wasser und aus der Luft suchen", sagte Rodríguez der Presse.

Der Stabschef Guaidós, Roberto Marrero, war am vergangenen Donnerstag verhaftet worden. Er wird beschuldigt, eine "terroristische Zelle" zu leiten. Laut Rodriguez sei Marrero die Verbindung zur Einstellung mittelamerikanischer Söldner.

Der Minister zeigte außerdem Fotos von Marreros Telefon, die Whatsapp-Gruppengespräche zwischen Marrero, Guaidó und Leopoldo López abbilden sollen. López war wegen  Anstiftung zur Gewalt bei den Straßenprotesten 2014 zu 14 Jahren Haft verurteilt worden und befindet sich derzeit im Hausarrest.

Auch Angaben zu Bankkonten wurden gezeigt, über die mutmaßlich Zahlungen an die paramilitärischen Gruppen erfolgen sollten. Eines war bei der Niederlassung von Banesco in Panama. Banesco ist Venezuelas größte Privatbank. Rodríguez forderte den Bank-Chef Ricardo Escotet auf, die Sicherheitsdienste darüber zu informieren, ob es dieses Konto gibt und welche Bewegungen stattgefunden haben.

Die venezolanischen Behörden hätten von der Existenz der Bankkonten erfahren, nachdem die berüchtigten russischen "Prankster" Vladimir "Vovan" Kuznetsov und Alexei "Lexus" Stolyarov sich gegenüber Guaidó als Schweizer Staatspräsident ausgegeben und ihm erklärt hatten, sie hätten Gelder von Präsident Nicolás Maduro identifiziert, die sie an Guaidó überweisen wollten. Dieser wiederum stellte dem dem "Schweizer Präsidenten" gerne Kontoinformationen zur Verfügung.

Auch der Rechtsanwalt Juan Planchart wurde Berichten zufolge am Sonntag von Venezuelas Geheimdienst Sebin festgenommen. Planchart wurde in den von Rodríguez präsentierten Whatsapp-Gesprächen als Finanzintermediär dargestellt. (Als dieser Artikel verfasst wurde gab es noch keine offizielle Bestätigung der Verhaftung von Planchart.)

Präsident Maduro teilte indes mit, dass der kolumbianische paramilitärische Führer Wilfrido Torres Gomez, alias "Neco", am Samstag im Bundesstaat Carabobo verhaftet wurde. Rodriguez schrieb später auf Twitter, Torres sei "in die Oppositionspläne verwickelt".

Die US-Behörden reagierten auf die Verhaftung von Marrero und verhängten am Freitag Sanktionen gegen die staatliche Entwicklungsbank Bandes und zwei ihrer Tochtergesellschaften. Der Schritt folgte auf Sanktionen gegen den Goldbergbau und ein Ende Januar verhängtes Ölembargo.

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