Millionen Kubaner demonstrieren gegen die US-Blockade

Havanna. In Kuba sind am gestrigen 1. Mai Millionen Kubaner auf die Straße gegangen. Allein in Havanna wurden knapp eine Millionen Teilnehmer gezählt. Überschattet wurden die Kundgebungen in diesem Jahr von der Ankündigung der US-Regierung, die Wirtschaftsblockade gegen die sozialistische Insel weiter verschärfen zu wollen.

In allen Städten des Landes zogen auch in diesem Jahr wieder Kubanerinnen und Kubaner, aufgerufen vom Gewerkschaftsdachverband CTC, durch die Straßen. In Havanna, wo die größte der Demonstrationen stattfand, begann der Zug – angeführt von Mitarbeitern des Gesundheitswesens – pünktlich um halb sieben Uhr Morgens. Mehr als 1.000 ausländische Ehrengäste waren auf der Tribüne auf dem Revolutionsplatz zu Gast, an deren Spitze KP-Generalsekretär Rául Castro und Präsident Miguel Díaz-Canel die Demonstration verfolgten. Neben Slogans in Unterstützung des neuen Präsidenten Díaz-Canel war auch die neue Verfassung des Landes sowie der Kampf gegen die Wirtschaftsblockade Thema. "Wenige Stunden nach den jüngsten Drohungen durch Donald Trump, antworten ihm die Kubaner von der Straße aus", berichtete das Nachrichtenportal cubadebate.cu.

US-Präsident Trump hatte am Dienstag per Kurznachrichtendienst Twitter gedroht, ein "komplettes und vollständiges Embargo" zusammen mit "schärfsten Sanktionen" zu verhängen, sollte Kuba nicht seine vorgebliche militärische Unterstützung für das befreundete Venezuela einstellen. Kubas Präsident Díaz-Canel antwortete noch am selben Tag ebenfalls auf Twitter: "Wir verurteilen die Drohung von Donald Trump aufs Schärfste. Es gibt weder kubanische Truppen noch Militäroperationen in Venezuela. Wir rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, die gefährliche Eskalationsspirale zu stoppen und den Frieden zu erhalten. Es reicht mit den Lügen."

Erst vor wenigen Wochen hatten die USA erneut ihre Wirtschaftsblockade gegen Kuba verschärft, indem sie ankündigten, den dritten Teil des "Helms-Burton"-Gesetzes aus dem Jahr 1996 wieder zu aktivieren. Seit dem heutigen Donnerstag ist das Gesetz in Kraft gesetzt. Damit sind in den USA ab heute Klagen aufgrund der nach der Kubanischen Revolution von 1959 enteigneten Güter möglich. Zudem wurde das Limit für Geldsendungen an Familien in Kuba halbiert und der Tourismus für US-Bürger weiter eingeschränkt.

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