Mexiko: Hoffnung auf mehr Aufklärung im Fall Ayotzinapa

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Verhaftet: Sergio Mazari Hernández alias El Carrete, mutmaßlicher Anführer der "Los Rojos"
Verhaftet: Sergio Mazari Hernández alias El Carrete, mutmaßlicher Anführer der "Los Rojos"

Leonardo Bravo, Guerrero. Sergio Mazari Hernández alias El Carrete, der mutmaßliche Anführer der als "Los Rojos" bekannten kriminellen Gruppe, ist im mexikanischen Bundesstaat Guerrero festgenommen worden. Felipe de la Cruz, Sprecher der Familien der 43 entführten Studenten aus Ayotzinapa und ihr Anwalt, Vidulfo Rosales, äußerten die Hoffnung, dass die Verhaftung helfen könnte, den Ort ausfindig zu machen, wo sich die verschwundenen Studenten befinden.

Die Entführung der 43 vermissten Studenten am 26. September 2014 durch die örtliche Polizei und deren Übergabe an die "Guerreros Unidos", einer mit "Los Rojos" konkurrierenden Bande, soll angeblich aufgrund einer Verwechslung erfolgt sein. Vidulfo Rosales verwies jedoch anlässlich der Festnahme von Mazari Hernández darauf, dass die Verwechslungstheorie auf Aussagen basiert, die unter Folter erzwungen wurden, und somit nichts wert seien. Trotzdem hatten sich im Jahr 2015 die Eltern der 43 Studenten in ihrer Verzweiflung öffentlich an Mazari Hernández in der Hoffnung gewandt, Hinweise zur Auffindung ihrer Kinder zu erhalten: "Wir bitten Sie, helfen Sie uns, den Aufenthaltsort unserer Kunden zu finden, denn diese schlechte Regierung meint es nicht ernst mit uns und hat uns im Gegenteil mit ihren Lügen verletzt. Wir sind arme Leute und sie hat unsere Würde mit Füßen getreten", erklärten sie damals bei einer Protestkundgebung auf der Autobahn Mexiko Stadt-Acapulco.

Der investigative mexikanische Journalist José Reveles sagte in einem Interview mit  La Razón, dass Mazari Hernández vermutlich von der unabhängigen Gemeindepolizei von Guerrero (Policía Comunitaria) umzingelt worden war und anschließend von der Armee festgenommen wurde. Er äußerte die Befürchtung, dass es mit der Verhaftung von Mazari Hernández und der damit verbundenen Schwächung von "Los Rojos" zu einer Welle der Gewalt aufgrund von Verteilungskämpfen zwischen verschiedenen Kartellen kommen wird. Das entstandene Machtvakuum der Kartelle beträfe vor allem einen Korridor im Grenzgebiet zwischen den Bundesstaaten Morelos und Guanajuato.

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