Wegen US-Sanktionen: Erwägt Venezuelas Regierung Zahlungen in Yuan?

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Venezuelas Binnenwirtschaft ist vom Erdöl abhängig
Venezuelas Binnenwirtschaft ist vom Erdöl abhängig

Caracas. Venezuelas Regierung und die staatliche Ölgesellschaft PDVSA haben laut Insideraussagen angeboten, Lieferanten und Auftragnehmer in der chinesischen Währung Yuan von Konten in China zu bezahlen, um damit US-Sanktionen zu umgehen.

Der Hintergrundbericht der Nachrichtenagentur Reuters bezieht sich auf Aussagen nicht näher benannter Regierungsmitglieder und Unternehmer. Dies sei  ein weiterer Versuch, die Sanktionen der US-Regierung zu umgehen. Ziel sei es, das Guthaben auf chinesischen Bankkonten zu verwerten, das dort im Gegenzug für Öllieferungen geparkt wurde, um Transaktionen außerhalb des US-Finanzsystems tätigen zu können. Der Reuters-Bericht vom 28. November ist bislang weder von offizieller Seite bestätigt worden, noch kamen weitere Details ans Licht.

Ungeachtet dieser Spekulationen beginnt die venezolanische Regierung schon länger an Stelle der landeseigenen Währung, des Bolívar Soberano (Souveräner Bolívar), Devisen zur Abwicklung von Geschäften einzusetzen. Die anhaltende Hyperinflation macht Zahlungen mit dem Bolívar unattraktiv. So erhielten erst kürzlich Partner aus dem Privatsektor Zahlungen des Staates in Euro. Präsident Maduro sprach in diesem Zuge positiv über die ohnehin zunehmende Dollarisierung der venezolanischen Wirtschaft.

Laut Raul Gallegos, Berater des Risikoberatungsunternehmens Control Risks für die Andenregion, wird die Bezahlung in Yuan die Zukunft für Geschäfte mit dem venezolanische Staat sein, zumindest solange Maduro an der Macht und die US-Sanktionen intakt bleiben würden.

Wie eng die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der chinesischen Regierung und Venezuela bleiben wird, ist nicht erfassbar. Die chinesischen Rohölimporte direkt aus Venezuela sanken zuletzt sehr stark, vermutlich aus Angst vor weiteren US-Sanktionen im laufenden Handelskrieg zwischen Washington und Peking. Doch auch dieser vorübergehende Importrückgang ändert nichts an den ohnehin engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen China und Venezuela.

Die entsprechenden Unternehmen prüfen derzeit offenbar, ob sie auf das Angebot aus Caracas eingehen sollen.

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