Kolumbien / Politik

Kolumbien: Farc-Mitglieder aus Wiedereingliederungszone vertrieben

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Auf der Suche nach einer Lösung: Treffen von Vertretern der Farc, Regierung, UNO und lokaler Gemeinschaft am 6. Februar
Auf der Suche nach einer Lösung: Treffen von Vertretern der Farc, Regierung, UNO und lokaler Gemeinschaft am 6. Februar

Ituango. Aus Angst vor weiteren Attentaten und Angriffen sehen sich ehemalige Angehörige der kolumbianischen Guerilla Farc-EP gezwungen, die Zone zur Wiedereingliederung "Román Ruiz" in Ituango zu verlassen. Diese ist eine von 24 als "Territoriale Gebiete für die Ausbildung und Wiedereingliederung" (Espacios Territoriales de Capacitación y Reincorporación, ETCR) bezeichneten Zonen, die im Rahmen des Friedensabkommens für den Übergang ehemaliger Kämpferinnen und Kämpfer in das zivile Leben geschaffen wurden.

Die Entscheidung zum Rückzug fiel wenige Tage nach der Ermordung von César Darío Herrera Gómez, einem Bewohner der ETCR. Er wurde am 28. Januar von Unbekannten erschossen (amerika21 berichtete). Herrera gehörte im Jahr 2016 in Havanna zu den Unterzeichnern des Friedensvertrags zwischen der kolumbianischen Regierung und der Farc-EP. In Ituango in der nördlichen Provinz Antioquia wurden seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwölf ehemalige Kämpfer der Farc-EP ermordet. Damit ist es die gefährlichste Region in Antioquia für die Demobilisierten. Hier herrschen vor allem paramilitärische Strukturen.

Nach Angaben der politischen Nachfolgeorganisation der Guerilla, der Partei "Alternative revolutionäre Kraft des Volkes" (Farc), wurden seit Abschluss des Friedensabkommens 185 ihrer ehemaligen Mitglieder ermordet. Sie seien nach ihrer Waffenniederlegung aufgrund der Eskalation der Gewalt besonders gefährdet, da bewaffnete Gruppen um die Kontrolle über Ressourcen, Land, illegalen Bergbau und Drogenhandel kämpfen.

In den nächsten zwei Monaten sollen etwa 110 Einwohner die "ETCR Román Ruiz" verlassen.

Die Farc-Partei sucht derzeit nach alternativen Standorten. Am 6.Februar fand im Rathaus von Ituango ein Treffen zwischen Vertretern der Farc, der nationalen Regierung, der Vereinten Nationen und der lokalen Gemeinschaft statt, um nach Lösungen zu suchen. Ein genereller Rückzug aus der Wiedereingliederungszone, bei der sich die Regierung für den Schutz verpflichtet hat, würde erneut ein Scheitern des ausgehandelten Friedensabkommens aufgrund der Nichterfüllung seitens der Regierung bedeuten.

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