Aufstand in Migrationszentrum in Mexiko angesichts drohender Pandemie fordert einen Toten

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Geflüchtete im Migrationszentrum von Tenosique protestierten für sofortige Schutzmaßnahmen und für ihre Freiheit
Geflüchtete im Migrationszentrum von Tenosique protestierten für sofortige Schutzmaßnahmen und für ihre Freiheit

Tenosique, Tabasco. Im Migrationszentrum in Tenosique ist ein guatemaltekischer Migrant bei Aufständen ums Leben gekommen, bis zu 13 weitere mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Vereinten Nationen fordern von der mexikanischen Regierung die Untersuchung und Aufklärung im Fall des Verstorbenen.

Die seit zwei Monaten in der Sammelunterkunft von Tenosique festgehaltenen ungefähr 200 Migrantinnen und Migranten zündeten am Abend des 31. März Matratzen an. Wachsende Unsicherheit und Angst im Hinblick auf die sich verbreitende Covid-19-Pandemie haben die Handlungen offenbar ausgelöst. Die so Protestierenden forderten, angemessen behandelt zu werden und in ihr Heimatland zurückkehren zu dürfen. 27 der untergebrachten Menschen nutzten die Umstände und ergriffen die Flucht. Die Südgrenzen Mexikos sind jedoch geschlossen.

Geflüchtete aus verschiedenen Ländern Zentralamerikas werden trotz der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus weiterhin in mexikanischen Migrationszentren festgehalten. Besorgnis über eine Ausbreitung des Virus in solchen Lagern herrscht sowohl bei den dort Untergebrachten als auch bei Menschenrechtsorganisationen. Bereits in der Vergangenheit hatte die Nationale Kommission für Menschenrechte (CNDH) immer wieder Empfehlungen zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Migrationszentren ausgesprochen, die zumeist überfüllt sind. Angemessene hygienische Bedingungen, Zugang zu gesundheitlicher Versorgung sowie zu Produkten des täglichen Bedarfs gibt es nicht. In Anbetracht der sich verbreitenden Pandemie können diese Mängel schwerwiegende Auswirkungen haben. Die CNDH fordert daher angemessene Bedingungen für die festgehaltenen Menschen, um sie vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Virus zu schützen.

Das Nationale Institut für Migration (INM) versicherte, Maßnahmen zu ergreifen, um die Migrantinnen und Migranten in den Zentren vor Ansteckung zu schützen und eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Seit der Erklärung des Ausbruchs der Pandemie in Mexiko wurde die Zahl der in Migrationszentren festgehaltenen Menschen reduziert. Auf Anfragen an das INM und das Sekretariat für Menschenrechte und Migration, worin die konkreten Schutzmaßnahmen gegen Covid-19 bestünden, erhielten Organisationen, wie Asylum Access Mexico, bislang keine Antwort. Am 20. März erklärte das INM, dass in den Zentren die gleichen Maßnahmen getroffen würden wie an Flughäfen und Grenzübergängen: Messung der Körpertemperatur, Nachfrage zum Wohlbefinden und es würden Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt.

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