Fortschritte in Kuba bei Covid-19-Forschung zu Diagnose und Therapien

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Derzeit gibt es in Kuba Land 232 Labors mit Suma-Technologie
Derzeit gibt es in Kuba Land 232 Labors mit Suma-Technologie

Havanna. Das zur Biocubafarma-Unternehmensgruppe gehörende Immunoassay Center (CIE) in Kuba hat in nur sechs Wochen ein neues System zur Diagnose von Covid-19 entwickelt. Der spezielle kubanische Beitrag zu dieser Diagnosetechnik besteht darin, dass es mit sehr kleinen Mengen an Reagenzien und Proben durchzuführen ist und als Ultra-Mikro-Analysesystem (Suma) bezeichnet wird. Derzeit gibt es im ganzen Land 232 Labors mit derartiger Suma-Technologie.

Wie Niurka Margarita Carlos Pias, Direktorin des CIE erklärte, verfügen die für seine Entwicklung zuständigen Spezialisten über umfangreiche Erfahrung in der Standardisierung und Erstellung von Tests zur Erkennung von Infektionskrankheiten. Sie seien bereits an der Erstellung und Einführung von Tests zum Nachweis von Hepatitis C und verschiedenen Markern von Hepatitis B, Dengue und HIV beteiligt gewesen. Der neue Test verwendet Plasma und erfordert daher eine Blutabnahme. Es dauert ungefähr zwei Stunden, um das Ergebnis zu erhalten, und mit jeder Probenplatte können Dutzende von Personen gleichzeitig auf die Präsenz von Antikörpern gegen das neuartige Coronavirus untersucht werden. Die Anwendung wird ab dem siebten Tag nach Auftreten der Symptome empfohlen. Es ist keine Vorbereitung des Patienten erforderlich, und die Ergebnisse werden automatisiert validiert, verarbeitet und dargestellt.

Ileana Morales Suárez, Direktorin für Wissenschaft und technologische Innovation des Gesundheitsministeriums (Minsap) berichtete indes in der Fernsehsendung Mesa Redonda, dass zwei Monate nach den ersten bestätigten Fällen von Covid-19 im Land die kubanische Wissenschaft weiterhin eine führende Rolle bei der Bekämpfung der Pandemie spiele. Derzeit werden dazu mehr als 70 Forschungsprojekte sowie präventive und therapeutische Untersuchungen durchgeführt. Darüber hinaus informierte sie, dass 17 der wichtigsten Medikamente zur Behandlung dieser Krankheit aus nationaler Produktion stammen. Derzeit werde an neuen Medikamenten und weiteren klinischen Studien gearbeitet. Die Forschung umfasse diagnostische, klinische und epidemiologische sowie weiterführende Studien.

In Bezug auf die Gruppe der klinischen und epidemiologischen Untersuchungen sei die Bevölkerungsstudie zur Feststellung der Kennzahl für die Krankheitshäufigkeit und asymptomatischer Fälle besonders wichtig. Es handelt sich um eine landesweite Untersuchung, die sich auf ein solides methodisches Design stützt und 70 Gemeinden, 260 Polikliniken, 1.300 Wohnungen und 3.975 Personen umfasst. Morales verwies auf die Anpassung der Protokolle für die Individualisierung der Behandlungen in diesen Fällen, was zu sehr positiven Ergebnissen geführt habe.

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