Kolumbien / Politik

Kolumbien: Regierung lehnt Angebot der ELN für Waffenstillstand ab

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Der kolumbianische Präsident, Iván Duque, ging auf das Angebot der ELN, für 90 Tage die Waffen Ruhen zu lassen, nicht ein
Der kolumbianische Präsident, Iván Duque, ging auf das Angebot der ELN, für 90 Tage die Waffen Ruhen zu lassen, nicht ein

Bogotá. Kolumbiens Präsident, Iván Duque, hat ein Angebot der Nationalen Befreiungsarmee (Ejército de Liberación Nacional, ELN) für einen 90-tägigen Waffenstillstand abgelehnt. Die ELN beabsichtigte damit, wie vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen empfohlen, die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie zu unterstützen. Außerdem wollte sie einen ersten Schritt in Richtung einer Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen ermöglichen. Duque wies das Angebot mit der Begründung zurück, dass keine Friedensgespräche geführt würden, "solange die ELN nicht mit Entführungen, der Rekrutierung von Kindern, dem Legen von Antipersonenminen und Angriffen auf die Infrastruktur des Landes aufhört".

Der Vorschlag der Rebellengruppe kam, nachdem der UN-Sicherheitsrat am 1. Juli einstimmig eine Resolution für einen globalen Waffenstillstand verabschiedet hatte, die dem Aufruf von Generalsekretär António Guterres zur Bekämpfung der Corona-Pandemie folgte.

Áufgrund des Vordringens des Coronavirus, das seit dem 6. März in Kolumbien bereits mehr als 4.300 Tote gefordert und 124.000 infiziert hat, setzte die Rebellengruppe ihre bewaffneten Aktionen zwischen dem 1. und dem 30. April aus.

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Nach einem Angriff der ELN auf eine Polizeiakademie in Bogotá im Januar 2019, bei dem 22 Kadetten ums Leben kamen, hatte die Regierung Duque die Friedensgespräche mit der Guerrillagruppe abgebrochen.

Pablo Beltrán, Leiter der Verhandlungsdelegation der ELN, hatte Ende Juni im Interview mit amerika21 den USA vorgeworfen, die Bemühungen um eine politische Lösung des Konflikts zu sabotieren. Beltrán machte auch deutlich, dass die ELN jederzeit zu Friedensverhandlungen "ohne Vorbedingungen" bereit wäre, erteilte aber auch der Forderung nach Aufgabe der von der Regierung als "Entführungen" und von der Rebellengruppe als "Einbehaltungen" bezeichneten Gefangennahmen eine Absage. Vorbedingungen zu stellen sei die Form der Regierung, der ELN mitzuteilen, dass sie nicht an einer politischen Lösung des Konflikts interessiert sei.

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