Institut für Menschenrechte in Chile beklagt schleppende Aufklärung staatlicher Gewalt

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Das Institut für Menschenrechte in Chile kritisiert die langsame Aufklärung bei staatlicher Gewalt
Das Institut für Menschenrechte in Chile kritisiert die langsame Aufklärung bei staatlicher Gewalt

Santiago. Rund elf Monate nach Beginn des sozialen Aufstands im Oktober des vergangenen Jahres prangert das chilenische Institut für Menschenrechte (INDH) die langsame Bearbeitung der Klagen wegen Menschenrechtsverletzungen an.

Sergio Micco, Vorsitzender des Instituts, sagte, dass die Schwerfälligkeit der Ermittlungen bedauerlich sei, da sie der Schlüssel seien, um Wahrheit und Gerechtigkeit zu erreichen, was für die Opfer auch eine Form der Wiedergutmachung darstelle.

Das Institut hat 2.449 Fälle von Übergriffen durch Beamte bei den Protesten dokumentiert. Der Großteil der Anzeigen (2.329) richtet sich gegen die Polizei, 126 gegen das Militär, 22 gegen Zivilpolizisten und eine gegen einen Beamten der Nationalen Gefängnissicherheit.

Das INDH gab an, dass von den eingereichten Beschwerden 169 Fälle von Menschen mit schweren Augenverletzungen betreffen, drei seien bislang formal zur Anzeige gekommen. Sie betreffen die Fälle von Gustavo Gatica, Fabiola Campillai und Brandon González, die landesweit bekannt wurden und als Symbole für die Gewalt des Staates gegen die Protestierenden gelten.

Micco sagte weiter: "Wir müssen verstehen, dass durch die Schwierigkeit, die Verbrechen zu dokumentieren und die individuelle Schuld nachzuweisen, es zu niedrigen Strafen verglichen mit dem Ausmaß des Geschehenen in Chile kommen wird. Nur indem wir uns mit den Menschen auseinandersetzen, die für die Institutionen verantwortlich sind, können wir eine Art der Antwort auf die Ereignisse geben".

Das Prinzip der Verantwortlichkeit sei wichtig in diesen Fällen schwerer Verletzungen von Menschenrechten. Ein Jahr nach Beginn des sozialen Aufstand sei es undenkbar, dass es im Prozess der Aufklärung noch immer keine Fortschritte gebe, so Micco.

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