"In Lateinamerika wehen schon die günstigen Winde aus den Anden..."

João Pedro Stédile, nationaler Koordinator der Landlosenbewegung (MST) in Brasilien, zu den Perspektiven des Jahres 2021

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Aktive der Landlosenbewegung sind seit dem Ausbruch der Pandemie im ständigen Einsatz, um die Ärmsten mit Lebensmitteln zu versorgen
Aktive der Landlosenbewegung sind seit dem Ausbruch der Pandemie im ständigen Einsatz, um die Ärmsten mit Lebensmitteln zu versorgen

Kurz gesagt: 2021 wird ein Jahr der Impfung, vieler sozialer Kämpfe und Veränderungen sein. Nun, in welchem Szenario entwickelt sich das?

In Lateinamerika wehen bereits die günstige Winde aus den Anden. Die Wahlen in Argentinien und Bolivien und die sich vertiefende Krise in Chile, Peru, Ecuador und Kolumbien zeigen schon, dass wir Veränderungen auf dem Weg des Fortschritts der Linken haben werden.

Im Februar haben wir Wahlen in Ecuador, dann in Peru und dann in Chile. Die progressiven Kräfte werden diese drei Wahlen gewinnen und das wird in der Folge das Kräfteverhältnis in Lateinamerika umwerfen. Nur Brasilien bleibt weiter rechts regiert, zusammen mit Kolumbien, das bereits mit vielen sozialen Probleme konfrontiert ist,

Ich glaube auch, dass die Regierung von Joe Biden nicht dieselbe ist wie die von Donald Trump, auch wenn sie die Interessen des Kapitals vertritt. Aber Biden wird eine andere Politik vertreten. Nicht dass sie zu unseren Gunsten wäre, aber mit mehr Koexistenz und Demokratie. Sie können Lateinamerika nicht so behandeln, wie Trump und "Herr Pompeo" es getan haben.

Hier in Brasilien verändern wir das Kräfteverhältnis durch den Klassenkampf. Unsere Pflicht ist es, die Arbeiterklasse dafür zu organisieren, den Massenkampf anzuregen.

Ich bin zuversichtlich, dass, wenn es uns gelingt, den Zugang zum Impfstoff für alle zu gewährleisten, dies uns die Fähigkeit und den Raum gibt, zu mobilisieren, einen Massenkampf zu führen, das Gleichgewicht der Kräfte zu verändern und den Weg für ein neues Projekt für unser Land zu ebnen.

Auszug aus einem Interview der Onlineplattform Brasil de Fato mit João Pedro Stédile vom Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra. Ab morgen bei amerika 21 vollständig zu lesen

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