Kolumbien

Trauer in Kolumbien nach erneutem Massaker

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Tatort war diese Finca, sie gehört dem Vater eines der Opfer
Tatort war diese Finca, sie gehört dem Vater eines der Opfer

Buga. Bei einem Überfall sind am Sonntag nahe der ländlichen Stadt Buga im Departamento Valle del Cauca im Süden Kolumbiens fünf Personen getötet und drei weitere verletzt worden. Die Opfer waren Student:innen und zwischen 17 und 18 Jahre alt. Laut dem Polizeidirektor Jorge Luis Vargas gebe es noch keine Hinweise auf die Identität der Täter. In den Tagen zuvor war indes die Präsenz von kriminellen Banden in der Region registriert worden.

Vier bewaffnete Männer sind Ermittlungen zufolge am Sonntag um zwei Uhr morgens vor der Finca aufgetaucht, die dem Vater eines der ermordeten Jugendlichen gehört. Sie hätten zunächst nach dem älteren Sohn des Besitzers, einem Ingenieur, gefragt. Anscheinend habe man diesen zu entführen versucht und daraufhin das Feuer eröffnet, als die Entführung nicht gelang.

Zur beschleunigten Aufklärung des Falles hat die Generalstaatsanwaltschaft eine Sondergruppe aus zehn Beamten aufgestellt, die dem mobilen Team für Mehrfachmorde angegliedert ist.

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Über Twitter verurteilte Präsident Iván Duque die Morde und erklärte, er habe Truppen in die Region geschickt und den Kommandeur der Armee und den Nationalen Polizeidirektor angewiesen, einen "außerordentlichen Sicherheitsrat" in dem Gebiet einzusetzen. "Wir werden die Verantwortlichen für dieses Verbrechen finden. Unsere Solidarität gilt den Familien", so Duque.

Das Gouverneursbüro des Valle del Cauca setzte indes eine Belohnung von 150 Millionen Pesos für die Ergreifung der Täter aus und das Bürgermeisteramt von Buga 50 Millionen. Die Stadt Buga verordnete eine dreitägige Trauer zum Gedenken an die fünf Oper.

Das Massaker ist nach Angaben des Instituts für Friedens- und Entwicklungsstudien bereits das sechste in diesem Jahr und setzt eine Serie von 91 Massakern mit 314 Toten des vergangenen Jahres fort.

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